Frankfurter Börse
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der DAX hat wegen neuer Hiobsbotschaften aus China den schlechtesten Jahresstart seit mehr als 25 Jahren v...
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der DAX hat wegen neuer Hiobsbotschaften aus China den schlechtesten Jahresstart seit mehr als 25 Jahren verzeichnet. Der deutsche Leitindex sackte am Montag um 4,28 Prozent auf 10.283,44 Punkte ab und schloss damit nahe seines Tagestiefs.
„Wachstumssorgen in China und damit Absatzsorgen für deutsche Exporteure drücken die Stimmung am ersten Handelstag nach Neujahr gleich mal in den Keller“, schrieb Marktexperte Daniel Saurenz vom Analysedienst Feingold Research. Vorausgegangen waren heftige Kursverluste in Asien, nachdem durchwachsene chinesische Industriedaten erneut Befürchtungen um die Wirtschaft geschürt hatten. Chinas Festlandbörsen fielen um 7 Prozent, bevor der Handel für den restlichen Tag ausgesetzt wurde. An der tonangebenden Wall Street lagen die wichtigsten Indizes zum europäischen Handelsschluss mehr als 2 Prozent in Minus.
Für den Mittelwerteindex MDAX ging es um 2,50 Prozent auf 20.256,14 Zähler nach unten, und der Technologiewerte-Index TecDAX büßte 2,03 Prozent auf 1.793,60 Punkte ein.
Die recht positiven Daten zur Industriestimmung in der Eurozone konnten den Abwärtstrend ebenso wenig stoppen wie die überraschende Abschwächung der Jahresinflationsrate in Deutschland. Zudem drückte der eskalierende Streit zwischen Saudi-Arabien und dem Iran auf die Stimmung der Anleger. Beides sind wichtige Ölförderländer.
Manchem Investor dämmere zudem, dass bei dauerhaft niedrigen Ölpreisen und zudem Verwerfungen in den Staatshaushalten in Saudi-Arabien und anderen Ländern Vermögenswerte wie Aktien liquidiert werden könnten oder zumindest weniger Geld für neue Engagements zur Verfügung stehe, führte Marktexperte Saurenz aus.
Die ungünstige Mischung sorgte für den schlechtesten Jahresstart im DAX seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Ansatzweise so schlecht hatte das Jahr 2000 begonnen, als der Leitindex an seinem ersten Handelstag bis zum Börsenschluss um 2,98 Prozent nachgab.
Im DAX stemmten sich die Papiere der Lufthansa etwas gegen den Abwärtstrend und gaben nur um 0,62 Prozent auf 14,475 Euro nach. Die Airline hatte zuvor bekanntgegeben, dass sie 2016 mehr als 4.000 neue Mitarbeiter einstellen will, vor allem bei der Billigtochter Eurowings. Einem Börsianer zufolge zeigt dies die Zuversicht der Airline.
Zu den größten DAX-Verlierern mit Abschlägen von je mehr als 5 Prozent gehörten die auch europaweit sehr schwachen Autowerte, für die China ein wichtiger Markt ist. Daimler-Papiere etwa büßten 5,08 Prozent ein. Hier konnte selbst die Aussicht auf eine höhere Dividende an die Aktionäre des Stuttgarter Herstellers nicht stützen.
Schlusslicht im DAX waren die Papiere von RWE mit einem Kursverlust von rund 7 Prozent. Die Aktien des Essener Versorgers stehen angesichts der Energiewende in Deutschland sowie wegen der Sorgen um die atomaren Altlasten unter Druck und waren im vergangenen Jahr als schlechtester DAX-Wert um mehr als die Hälfte eingeknickt.
Im TecDAX legten Aktien von Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien gegen den Trend zu. So stiegen SMA Solar an der Index-Spitze um 1,80 Prozent und Nordex gewannen 1,34 Prozent. Die Stimmung der Anleger bleibe mit Blick auf die Branche positiv, sagte ein Händler. Bereits jüngst habe die Entscheidung über eine Fortsetzung der steuerlichen Solarstromförderung in den USA den SMA-Papieren Rückenwind verliehen.
~ ISIN DE0008469008 ~ APA406 2016-01-04/18:19
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