Polizistenwitwe ein Jahr nach „Charlie-Hebdo“-Anschlag mit Anzeige

Rennes (APA/AFP) - Ein Jahr nach dem Anschlag auf die französische Satirezeitung „Charlie Hebdo“ hat die Frau eines bei der Tat getöteten Po...

Rennes (APA/AFP) - Ein Jahr nach dem Anschlag auf die französische Satirezeitung „Charlie Hebdo“ hat die Frau eines bei der Tat getöteten Polizisten Anzeige gegen Unbekannt erstattet. In der Anzeige wegen fahrlässiger Tötung verweise die Witwe auf Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften im Zusammenhang mit dem Schutz des „Charlie- Hebdo“-Chefredakteurs Stephane Charbonnier, berichteten Regionalzeitungen am Montag.

Ihr getöteter Ehemann war für den Wachschutz Charbonniers, genannt „Charb“ zuständig, so die Blätter „L‘Eveil Normand“ und „Normandie Actu“.

Konkret geht es den Berichten zufolge in der Anzeige um mögliche Versäumnisse des französischen Inlandsgeheimdienstes DGSI (Direction generale de la Securite interieure). Dabei wird auf „Informationen über Drohungen gegen Stephane Charbonnier“ verwiesen. Außerdem gehe es um die Aussage eines Journalisten, der in der Nähe der „Charlie Hebdo“-Redaktion arbeitete und einige Monate vor dem Anschlag von einem Mann nach dem Büro des Satiremagazins gefragt worden sei. Der Journalist habe den für die Sicherheit Charbonniers zuständigen Dienst informiert, welcher dem DGSI einen Bericht dazu habe übermitteln sollen.

Die Witwe des getöteten Polizisten wolle „Antworten auf Fragen“, die sie seit einem Jahr stelle, sagte ihr Anwalt Philippe Stepniewski den Medienberichten zufolge. Sollte es Versäumnisse gegeben haben, verlange sie, dass dafür Verantwortung übernommen werde. Bei dem islamistischen Anschlag auf die Satirezeitung wurden am 7. Jänner 2015 zwölf Menschen getötet.