Mittlerweile 90 Anzeigen nach Übergriffen auf Frauen in Köln

Köln (APA/dpa) - Nach den Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht in Köln melden sich immer mehr Opfer bei der Polizei. Mittlerweile se...

Köln (APA/dpa) - Nach den Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht in Köln melden sich immer mehr Opfer bei der Polizei. Mittlerweile seien 90 Anzeigen eingegangen, berichtete ein Polizeisprecher am Dienstag. „Wir gehen davon aus, dass noch weitere hinzukommen“, sagte er. Zum Teil gehe es um sexuelle Übergriffe, zum Teil um Taschendiebstähle.

Die Polizei versuche nun, die Berichte zu ordnen und Videomaterial auszuwerten. Bisher gebe es noch keine Festnahmen konkret zu den Vorkommnissen in der Silvesternacht auf dem Domplatz. Die Frauen, die sich bei der Polizei meldeten, berichten, dass Gruppen aus vielen Männern auf sie zugegangen seien und sie massiv bedrängt und ausgeraubt hätten. Auch von einer Vergewaltigung ist die Rede. Laut Polizei beschreiben die Zeugen die Angreifer als Männer, die „dem Aussehen nach aus dem arabischen oder nordafrikanischen Raum“ stammen.

Angesichts der Übergriffe haben Organisationen zu einer Demo gegen Gewalt gegen Frauen aufgerufen. Eine Privatperson habe eine einstündige Versammlung für Dienstagabend um 18.00 Uhr vor dem Kölner Dom mit bis zu 80 Teilnehmern angemeldet, sagte ein Polizeisprecher. Es könnten aber deutlich mehr Teilnehmer werden. Organisationen riefen in sozialen Netzwerken dazu auf, sich an dem Protest zu beteiligen. Rechtsextreme Gruppen seien ausdrücklich nicht erwünscht, zitierte der „Kölner Stadt-Anzeiger“ im Internet aus einem Aufruf.