Flüchtlinge - Mindestens 20 Menschen vor türkischer Küste ertrunken
Istanbul (APA/AFP) - Bei zwei Flüchtlingsunglücken vor der türkischen Küste sind mindestens 20 Menschen ertrunken. Mindestens 13 Menschen st...
Istanbul (APA/AFP) - Bei zwei Flüchtlingsunglücken vor der türkischen Küste sind mindestens 20 Menschen ertrunken. Mindestens 13 Menschen starben am Dienstagmorgen in der Region Dikili, als ihr Boot bei schlechtem Wetter auf dem Weg zur griechischen Insel Lesbos kenterte. Sieben weitere Menschen starben, als Wasser in ein mit 58 Menschen überfülltes Schlauchboot vor dem Badeort Dikili eindrang.
Unter den Toten waren nach Angaben der Nachrichtenagentur Dogan mehrere Kinder. Dutzende Flüchtlinge konnten dem Bericht zufolge gerettet werden, viele mussten mit Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht werden. Trotz winterlicher Temperaturen und derzeit schlechter Wetterbedingungen versuchen nach Angaben der türkischen Behörden weiterhin viele Flüchtlinge, von der türkischen Küste aus die griechischen Ägäis-Inseln und damit die EU zu erreichen.
Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) kamen im vergangenen Jahr etwa 700 Menschen bei dem Versuch ums Leben, über die Ägäis die EU zu erreichen oder sie werden vermisst. Insgesamt kamen laut IOM im vergangenen Jahr eine Million Flüchtlinge in die Europäische Union, davon 700.000 über die Türkei und die griechischen Ägäis-Inseln.
In Deutschland sind alleine seit Weihnachten mehr als 33.000 Flüchtlinge angekommen. „Täglich reisen über 3.000 neue Flüchtlinge nach Deutschland ein“, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann am Dienstag. „Die Zahlen sind einfach noch viel zu hoch.“ Die bayerische Landesregierung hatte bereits Ende Dezember erklärt, dass 2015 fast 1,1 Millionen Flüchtlinge eingereist seien.
Wegen der Flüchtlingskrise haben mehrere Länder wieder Grenzkontrollen eingeführt - heute (Dienstag) hat auch Italien angekündigt, an der Grenze zu Slowenien wieder Ausweise zu kontrollieren. EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos hat Deutschland, Dänemark und Schweden nach der Wiedereinführung von Grenzkontrollen durch diese Länder für morgen zu einem Treffen eingeladen. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte, Ziel sei eine bessere Koordinierung der betroffenen Staaten.
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