Israelische Polizei nahm Vater mutmaßlichen Tel-Aviv-Attentäters fest
Tel Aviv (APA/dpa) - Die israelische Polizei hat vier Tage nach einem tödlichen Anschlag auf eine Bar in Tel Aviv überraschend den Vater des...
Tel Aviv (APA/dpa) - Die israelische Polizei hat vier Tage nach einem tödlichen Anschlag auf eine Bar in Tel Aviv überraschend den Vater des Tatverdächtigen festgenommen. Er werde der Beihilfe zum Mord beschuldigt, berichteten israelische Medien am Dienstag. Fünf weitere Angehörige seien ebenfalls in Haft genommen worden.
Eine israelische Polizeisprecherin wollte sich unter Berufung auf eine Nachrichtensperre nicht dazu äußern. Ein Anwalt der Familie warf der Polizei vor, sie habe die Angehörigen nur festgenommen, um Druck auf den Tatverdächtigen auszuüben.
Die israelischen Sicherheitsbehörden vermuten, dass es sich um einen Terrorakt handelt. Am Freitag hatte ein Attentäter im Zentrum von Tel Aviv mit einer automatischen Waffe auf Gäste einer Bar geschossen und zwei Menschen getötet. Sieben weitere wurden verletzt. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann auf seiner Flucht im Norden Tel Avivs zudem einen arabischen Taxifahrer erschoss.
Die Polizei verdächtigt einen 29-jährigen israelischen Araber aus der Ortschaft Arara im Norden Israels. Seine Familie hat die Tat ausdrücklich verurteilt. Sein Vater - ein Wachmann und Hilfspolizist - rief den jungen Mann am Montag dazu auf, sich den Sicherheitskräften zu stellen. Er hatte nach Medienberichten nach der Tat seinen Sohn als Täter identifiziert und die Polizei informiert.
Die Polizei sucht seit Freitag mit Hochdruck im Großraum Tel Aviv nach dem Täter. Sie ist inzwischen stark in die Kritik geraten, weil der vermutlich weiterhin bewaffnete Attentäter immer noch auf freiem Fuß ist. Viele Eltern haben ihre Kinder in den vergangenen Tagen aus Furcht nicht in die Schulen geschickt.
Israels Polizeichef Roni Alsheikh sagte am Dienstag, im Großraum Tel Aviv könne nun „der Druck deutlich verringert werden“. Die israelische Nachrichtenseite ynet berichtete, der Täter sei nach Geheimdienstinformationen in Richtung Norden oder in die Palästinensergebiete entkommen. Israel hat die palästinensische Polizei nach Medienberichten um Hilfe bei der Suche gebeten.
Seit Beginn einer Gewaltwelle in Israel und den Palästinensergebieten sind innerhalb von rund drei Monaten mehr als 20 Israelis sowie 140 Palästinenser getötet worden. Die meisten Palästinenser kamen bei ihren eigenen Anschlägen oder bei Konfrontationen mit israelischen Soldaten ums Leben.
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