13 Tote bei Feuergefechten in indischer Militärbasis

Neu-Delhi/Islamabad (APA/dpa) - Bei einem mehrtägigen Angriff von Extremisten auf eine wichtige Luftwaffenbasis in Indien sind nach Angaben ...

Neu-Delhi/Islamabad (APA/dpa) - Bei einem mehrtägigen Angriff von Extremisten auf eine wichtige Luftwaffenbasis in Indien sind nach Angaben der Regierung in Neu Delhi insgesamt 13 Menschen getötet worden, sieben Soldaten und sechs Angreifer. Zu der Attacke in Pathankot unweit der Grenze zu Pakistan bekannte sich eine in Pakistan beheimatete Extremistengruppe namens Vereinter Jihad-Rat (UJC).

Die Premierminister der beiden Erzfeinde hatten sich erst vor einer Woche getroffen, um Friedensgespräche voranzutreiben. Am Dienstag rief Pakistans Nawaz Sharif seinen Amtskollegen Narendra Modi an, um über die Attacke auf den Luftwaffenstützpunkt zu sprechen. Modi habe „ausdrücklich betont“, dass Pakistan sofort und hart gegen die Verantwortlichen vorgehen müsse, erklärte Indiens Außenamtssprecher Vikas Swarup via Twitter.

Indien wirft Pakistan vor, extremistische Gruppen zu unterstützen, die auf pakistanischem Territorium trainieren und dann Kämpfer über die Grenze nach Indien schicken. Pakistan verneint das. Ziel dieser Attacken sind meist nicht - wie jetzt - Armeestellungen in Punjab, sondern im angrenzenden Jammu und Kaschmir. Um dieses Gebiet führten die Atommächte zwei ihrer drei Kriege.

Indiens Verteidigungsminister Manohar Parrikar sagte, das eigentliche Feuergefecht zwischen den Eindringlingen und der Armee habe nur 36 Stunden gedauert. Die Kämpfe hätten am frühen Samstagmorgen begonnen und seien am Sonntagabend vorbei gewesen. Allerdings hatte die Armee am Montag erklärt, die Operation dauere noch an. Laut Parrikar wird das weiträumige Gelände auch am Mittwoch noch weiter durchkämmt und gesichert.

Der UJC erklärte, seine „kaschmirischen Freiheitskämpfer“ hätten den Luftwaffenstützpunkt in Pathankot angegriffen. Der UJC ist ein Zusammenschluss mehrerer Extremistengruppen, die Anschläge gegen indische Einrichtungen verüben. Ihr Anführer Sayed Salahuddin und andere Mitglieder der Allianz treten öffentlich in pakistanischen Städten auf.

Indien übermittelte Pakistan nach eigenen Angaben Hinweise zu den Angreifern. Das Außenministerium in Islamabad versicherte, diese prüfen zu wollen. Auch versicherte Sharif seinem Amtskollegen, seine Regierung wolle entschieden gegen Terroristen vorgehen.

Ob ein geplantes Treffen von Top-Diplomaten der beiden Atommächte Mitte Jänner wegen der Attacke nun abgesagt wird, blieb offen. Allerdings sehen Beobachter in der pakistanischen Antwort auf Indiens Bitte eine überraschend ruhige und vorsichtige Reaktion.

„Wir leben in derselben Region und haben eine gemeinsame Geschichte. Unsere beiden Ländern sollten weiter miteinander sprechen. Der Terrorismus sollte unsere Entschlossenheit nur stärken“, erklärte der Sprecher des pakistanischen Außenministeriums, Qazi Khalilullah.

Auch die üblichen Anti-Indien-Parolen aus Pakistan in den elektronischen Medien blieben aus. Das kann auf den Einfluss des neuen Sicherheitsberaters der pakistanischen Regierung zurückzuführen sein. Nawaz Sharif hatte sich vor drei Monaten einen Militär ins Büro geholt, den Ex-General Nasir Janjua.