Deutscher Tanzgruppen-Betreuer gestand mehrfachen Kindesmissbrauch
Schwerin (APA/dpa) - Ein Gründungsmitglied eines deutschen Jugendhilfe-Vereins aus Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) hat vor Gericht den ihm...
Schwerin (APA/dpa) - Ein Gründungsmitglied eines deutschen Jugendhilfe-Vereins aus Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) hat vor Gericht den ihm zur Last gelegten dutzendfachen sexuellen Missbrauch gestanden. Sein Mandant räume alle Vorwürfe der Staatsanwaltschaft ein, sagte der Verteidiger des 41-Jährigen am Dienstag zum Auftakt des Prozesses vor dem Landgericht Schwerin.
Dem Mann wird 62-facher, teils schwerer Missbrauch zwischen 2009 und August 2015 vorgeworfen. Einen Siebenjährigen soll er in den Jahren 2014 und 2015 insgesamt zehn Mal vergewaltigt haben. Der Angeklagte habe in einem Wohnwagen, der in einer leer stehenden Kaufhalle abgestellt war, das sich wehrende Kind missbraucht. Auch ein geistig zurückgebliebener Jugendlicher wurde der Anklage zufolge von dem Mann dort vergewaltigt.
Der Mann war bis zu seiner Verhaftung im August 2015 Leiter einer Tanzgruppe in dem Verein „Power for Kids“. Unter anderem soll er die Proben und Auftritte für den Missbrauch der Kinder und Jugendlichen ausgenutzt haben. Der Verteidiger des Angeklagten sagte, mit dem Geständnis wolle sein Mandant den Opfern eine Aussage vor Gericht ersparen.
Vierzehn Kinder und Jugendliche sind Nebenkläger in dem Prozess, für den das Landgericht vier Termine angesetzt hat. Zwölf von ihnen vertritt als Beistand die Rechtsanwältin Christine Habetha. Sie sagte am Rande des ersten Verhandlungstages, sie gehe von weiteren Fällen - auch vor dem angeklagten Zeitraum - und weiteren Opfern aus. Es liefen noch Ermittlungen. Habetha erhob Vorwürfe gegen das Schweriner Jugendamt. Einem im Jänner 2015 eingegangenen anonymen Hinweis auf sexuelle Übergriffe in dem Verein seien die Mitarbeiter nicht nachgegangen, sagte sie.
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