Deutsche Polizeigewerkschaft verteidigt Einsatz von Köln

Köln (APA/dpa/AFP) - Die Deutsche Polizeigewerkschaft hat den Einsatz in der Silvesternacht in Köln, der nach den Übergriffen auf Frauen zun...

Köln (APA/dpa/AFP) - Die Deutsche Polizeigewerkschaft hat den Einsatz in der Silvesternacht in Köln, der nach den Übergriffen auf Frauen zunehmend in die Kritik gerät, verteidigt. „Die Polizei kann nicht immer alle Eventualitäten voraussehen“, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Rainer Wendt am Mittwoch im WDR 5. „Auch bei bester Vorbereitung kann so etwas passieren.“

Alle wüssten, dass dieses Ereignis in seiner Dimension bisher einmalig gewesen sei. Dass nicht entschiedener gegen organisierte Diebesbanden vorgegangen werde, müsse man der Justiz vorwerfen. „Ich bin auch verwundert darüber, dass man immer erst solche Opfer und solche Szenarien braucht, bis man zu vernünftigen politischen Entscheidungen kommt, nämlich mehr Personal, bessere Technik und hoffentlich auch bald vernünftige Gesetze.“

Verärgert zeigte sich Wendt über die Kritik von Innenminister Thomas de Maiziere an der Polizei. „Ich glaube nicht, dass es ein guter Stil ist, wenn der Bundesinnenminister in aller Öffentlichkeit die Landespolizei und die Einsatzleitung dort kritisiert. In dieser Weise pauschal über die Polizei in Köln herzufallen, das ist unanständig. Das gehört sich einfach nicht“, sagte Wendt im am Mittwoch dem Sender HR.

Wendt machte stattdessen de Maiziere für die Situation in Köln mitverantwortlich. „De Maiziere muss die Frage beantworten, wo eigentlich die vielen Bundespolizisten waren, die am Kölner Hauptbahnhof eigentlich auf dem Dienstplan stehen“, sagte er dem Sender weiter. Diese würden schon seit Monaten „zweckentfremdet“ in Bayern für die Grenzsicherung eingesetzt.

De Maiziere hatte die Kölner Polizei am Dienstagabend heftig kritisiert. Es könne nicht sein, dass solche Ereignisse stattfänden „und man wartet auf Anzeigen“, sagte er in den ARD-“Tagesthemen“. „So kann Polizei nicht arbeiten.“ An Silvester soll es rund um den Kölner Hauptbahnhof und dem benachbarten Dom zu einer Serie von Diebstählen und sexuellen Übergriffen auf Frauen gekommen sein.