Französischer Komponist Pierre Boulez 90-jährig verstorben
Der französische Komponist und Dirigent Pierre Boulez ist tot. Er starb bereits am Dienstag im Alter von 90 Jahren im baden-württembergische...
Der französische Komponist und Dirigent Pierre Boulez ist tot. Er starb bereits am Dienstag im Alter von 90 Jahren im baden-württembergischen Baden-Baden, wie seine Familie am Mittwoch mitteilte. Boulez war einer der bekanntesten zeitgenössischen Komponisten der Welt und hat neue Maßstäbe gesetzt. Auch als Orchesterleiter genoss er hohes Ansehen.
Der Weg zum renommierten und experimentierfreudigen Komponisten war für Pierre Boulez nicht immer einfach. Vor allem die Weiterentwicklung von Arnold Schönbergs Zwölftontechnik zur seriellen Musik durch den am 26. März 1925 geborenen Franzosen fand etwa keineswegs nur begeisterten Zuspruch. So wurde die Modernität seiner Kompositionen häufig als atonal, chaotisch und ungeordnet empfunden.
Dennoch verfolgte Boulez unbeirrt seine Vorstellungen und Ideen. Die Einbindung von Rationalität und Logik in seinen Stücken war auch dem naturwissenschaftlichen Interesse Boulez‘ geschuldet, wollte er doch eigentlich Mathematik und technische Wissenschaften studieren. Der Sohn eines Stahlfabrikanten aus Montbrison im Loire-Tal wandte sich aber stattdessen der Musik zu und begann so seine Weltkarriere.
Diese führte ihn vom Sinfonieorchester des damaligen Südwestfunks in Baden-Baden über das BBC Symphonic Orchestra in London bis hin zum New York Philharmonic Orchestra. Zum 90. Geburtstag im Vorjahr bekam der Vielgeehrte ein paar Auszeichnungen dazu: Neben der Ehrenbürgerwürde von Baden-Baden, wo er seit mehr als fünf Jahrzehnten seinen deutschen Wohnsitz hatte und nun auch verstorben ist, wurde der Franzose mit dem Hamburger Bach-Preis geehrt. Beim Festival Wien Modern war im vergangenen November seine Tondichtung „Pli selon pli“ als Eröffnungswerk zu hören.
In einer Pressemitteilung der Pariser Philharmonie würdigte seine Familie seine „kreative Energie“, seinen „künstlerischen Anspruch“ und seine „Großzügigkeit“. „Seine Präsenz wird lebendig und intensiv bleiben.“ (APA)
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