China will Geschäfte der Autohändler anschieben

Peking (APA/Reuters) - Zum Ankurbeln der Konjunktur will China Autohändlern mehr Freiheiten geben und Hersteller stärker an die Kandare nehm...

Peking (APA/Reuters) - Zum Ankurbeln der Konjunktur will China Autohändlern mehr Freiheiten geben und Hersteller stärker an die Kandare nehmen. So können die Verkäufer künftig auch Fahrzeuge konkurrierender Marken in ihre Schauräume stellen, wie aus einem am Mittwoch veröffentlichten Regel-Entwurf des Handelsministeriums hervorgeht.

Zugleich dürfen die Kfz-Produzenten den Autohäusern künftig nicht mehr einseitig feste Verkaufsquoten auferlegen. Zudem soll es den Händlern erlaubt sein, auch untereinander Geschäfte mit Autos und Autoteilen zu machen. Voriges Jahr war Daimler in China zu einem Bußgeld von umgerechnet rund 53 Millionen Euro wegen Preisabsprachen verdonnert worden.

Der Autohersteller hatte nach Angaben lokaler Wettbewerbsbehörden nicht nur für Ersatzteile, sondern auch für Mercedes-Limousinen der E- und S-Klasse Mindestpreise festgelegt. Händler, die sich nicht an die Vorgaben hielten, mussten demnach Geldstrafen zahlen. Solchen Praktiken soll mit den Plänen des Handelsministeriums in Peking ein Riegel vorgeschoben werden. Wegen der Konjunkturabkühlung in der Volksrepublik waren viele Händler zuletzt in Schwierigkeiten geraten und mussten hohe Rabatte gewähren - manche machten bei Neufahrzeugen sogar Verlust. So hatte etwa BMW vor einem Jahr Händlern umgerechnet rund 685 Millionen Euro gezahlt, um ihnen über Einbußen hinwegzuhelfen. Der chinesische Automarkt ist der größte der Welt. Im vorigen Jahr wuchs er nach einer Schätzung des heimischen Autoverbands um drei Prozent. Dieses Jahr sollen es fünf bis sieben Prozent werden.


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