Tourentipp: Ausflug auf Birgitzer Alm, Rodelpartie inklusive
Der Weg zur Birgitzer Alm ist eine der beliebtesten Rodelbahnen im Großraum Innsbruck. Ihr Zustand in diesem bislang schneearmen Winter: gar nicht so schlecht.
Von Irene Rapp
Axams –Die 56-jährige Monika Marx hält sich seit Jahren beruflich in den Bergen auf. Heuer ist die Oberperferin bereits den vierten Winter als Pächterin auf der Birgitzer Alm im Einsatz, davor war sie zwölf Jahre auf der Rosskogelhütte am Rangger Köpfl in Oberperfuss tätig. „An so einen Winter mit so wenig Schnee kann ich mich nicht erinnern. Aber jetzt soll es ja wieder schneien“, erzählt sie – und man glaubt es ihr gern.
Der Ausflug auf die 1808 Meter hoch gelegene Einkehr oberhalb von Axams am Dreikönigstag samt anschließender Rodelabfahrt hat sich trotzdem rentiert. Zum einen, weil die Alm auf einem Platz liegt, der tolle Ausblicke auf das Ober- sowie Unterinntal bietet. Zum anderen, weil sich die – nordseitig ausgerichtete – Rodelbahn trotz der Schneesituation bis zu diesem Tag in einem passablen Zustand befindet. Ab der zweiten Hälfte der Strecke muss man zwar mit einigen „braunen“, mitunter kiesdurchsetzten Flecken rechnen. Doch das nimmt man gerne hin.
So kommt man hin: In Axams die Straße zum Skigebiet Axamer Lizum wählen. Kurz nach dem Gasthof Adelshof gibt es kostenlose Parkmöglichkeiten. Dann weisen schon die ersten Schilder auf die Birgitzer Alm hin. Apropos Schilder: Nach den ersten Kurven durch den Wald erreicht man eine offene Fläche – u.a. mit einem schönen großen Holzkreuz. Dort befinden sich auch zwei alte Schilder, die eigentlich in ein Museum gehören würden – u.a. mit der Aufschrift „Die Alm ist wie die erste Liebe: Man kann sie verlassen, aber vergessen nie.“
Die Birgitzer Alm, die früher der Agrargemeinschaft, jetzt der Gemeinde gehört, ist übrigens fest in der Hand der Familie Marx. „Meine zwei Buben und meine zwei Mädchen arbeiten auch hier“, erzählt Monika Marx. Nicht zu vergessen Hüttenhund Nelly: Der kläfft bei fast jedem Neuankömmling und wird von den Kindern gerne gefüttert. „Der platzt bald“, umschreibt es Marx trocken und hat daher heuer einen Zettel aufgehängt, mit der Bitte, Nelly nicht zu füttern.
Zurück zum Rodeln: Einen kleinen Nachteil hat die Rodelbahn Birgitzer Alm doch – die Abfahrtsstrecke ist auch der Aufstiegsweg. Nebeneinanderhergehende Aufsteiger können dann mitunter den Rodler zu einem Bremser veranlassen. Der Abfahrende ist jedoch immer gefordert, Vorsicht walten zu lassen. „Er muss auf Sicht fahren und die Geschwindigkeit so halten, dass er vor jedem Hindernis rechtzeitig anhalten bzw. ausweichen kann“, betont Andreas Ermacora, Alpenvereinspräsident und in seinem Brotberuf Jurist. Das nimmt die Aufsteiger jedoch nicht aus der Pflicht: „Sollten aufwärtsgehende Personen die ganze Bahnbreite in Anspruch nehmen, dann trifft sie bei einem Zusammenstoß auch ein Mitverschulden.“
Neu sind in diesem Winter auf dem Weg übrigens weitere Holzwände, die einen Absturz in den Wald verhindern soll. Besonders löblich: Viele Rodler tragen bereits einen Helm.
Tipps zur Tour
Ausgangspunkt: Der Parkplatz oberhalb des Gasthofes Adelshof auf dem Weg zum Skigebiet Axamer Lizum (kostenlos). An Wochenenden kann es hier ganz schön eng werden bzw. kann man oft gar keinen Platz mehr finden.
Angaben zur Strecke: Bis zur Birgitzer Alm sind rund 3,2 Kilometer zu bewältigen, Höhenmeter: rund 450; Gehzeit: ab 1,5 Stunden. Der auch für Kinder gut machbare Weg zieht sich am Anfang ein wenig steiler, dann in gemütlichen Kehren hinauf. Wer bei Dunkelheit abfährt, sollte eine Stirnlampe mit dabei haben, die Bahn ist unbeleuchtet.
Einkehrmöglichkeiten: Die Birgitzer Alm ist bis 30. März täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, am Mittwoch sowie Freitag sogar bis 22 Uhr. Tel. 0664/5970026.
Infos über den Zustand der Bahn: Auf der Homepage www.winterrodeln.org können sich Interessierte über zahlreiche Rodelstrecken in Tirol informieren. Das Highlight dieser Seite: Die sehr aktuellen Bahnberichte geben immer Auskunft darüber, wie es um den Zustand der jeweiligen Bahn bestellt ist — in diesem bislang schneearmen Winter eine wirklich unverzichtbare Information.
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