Aktivisten: 20 Rebellenchefs bei Anschlagsserie in Syrien getötet

Damaskus (APA/AFP) - Mindestens 20 Rebellenchefs sind nach Angaben von Aktivisten in den vergangenen Wochen bei gezielten Angriffen in Syrie...

Damaskus (APA/AFP) - Mindestens 20 Rebellenchefs sind nach Angaben von Aktivisten in den vergangenen Wochen bei gezielten Angriffen in Syrien getötet worden. Die Attacken hätten sich seit Dezember intensiviert, „aber niemand weiß, wer sie begangen hat“, teilte die „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ am Mittwoch mit.

Am Dienstag sei ein Anführer der wichtigen Rebellengruppe Ahrar al-Sham von bewaffneten Angreifern in seinem Auto erschossen worden. Abu Rateb al-Homsi, der Kommandant der Miliz in der Provinz Homs, sei der bisher ranghöchste Islamist, der bisher bei der Anschlagsserie getötet worden sei, erklärte die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle.

Die Angriffe richteten sich demnach vor allem gegen führende Ahrar-al-Sham-Mitglieder und Kommandanten der islamistischen Al-Nusra-Front. Beide Gruppen haben sich im Nordwesten Syriens verbündet, um die Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) und die syrische Armee zu bekämpfen.

Auch fünf nicht-islamistische Rebellenkommandanten seien unter den Opfern, berichtete die Beobachtungsstelle. Die Organisation stützt sich auf ein Netzwerk von Aktivisten und Ärzten in Syrien. Wegen der unübersichtlichen Lage in dem Bürgerkriegsland sind ihre Informationen von unabhängiger Seite kaum überprüfbar.

Der Syrien-Experte Thomas Pierret von der Universität im schottischen Edinburgh vermutet in erster Linie die Regierungstruppen und ihren Verbündeten Russland hinter der Anschlagsserie. Die gezielte Tötung von Rebellenchefs sei Teil der Strategie der russischen Armee, die seit Ende September Luftangriffe in Syrien fliegt und das syrische Militär mit Geheimdienstinformationen unterstützt. Es sei aber auch denkbar, dass „Schläferzellen“ des IS die Attentate verübten.