UN-Generalsekretär Ban verurteilte Atomtest Nordkoreas
Pjöngjang/New York (APA/dpa/sda) - UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat die mutmaßliche Zündung einer Wasserstoffbombe in Nordkorea mit klaren...
Pjöngjang/New York (APA/dpa/sda) - UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat die mutmaßliche Zündung einer Wasserstoffbombe in Nordkorea mit klaren Worten verurteilt. Der Atombombentest sei „zutiefst besorgniserregend“ und verstoße gegen zahlreiche UN-Resolutionen, sagte Ban am Mittwoch kurz vor einer Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats in New York.
Der Test gefährde die Sicherheit in der Region und untergrabe weltweite Bemühungen zur Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen. „Ich verurteile ihn eindeutig“, sagte Ban. Das Regime in Pjöngjang forderte er auf, seine nuklearen Aktivitäten zu beenden und Verpflichtungen zur nuklearen Abrüstung nachzukommen.
Der Sicherheitsrat erwägt nun „weitere Schritte“ gegen Nordkorea, sagte der japanische UN-Botschafter Motohide Yoshikawa kurz vor der Sitzung. Das Gremium habe sich bereits zuvor darauf geeinigt, dass weitere Atombombentests nicht unbeantwortet bleiben dürften. Die internationale Gemeinschaft müsse mit der „robustesten möglichen Sprache“ antworten, sagte Yoshikawa.
Nordkorea hatte nach eigenen Angaben erstmals erfolgreich eine Wasserstoffbombe gezündet und damit weltweit Empörung ausgelöst. Atomexperten bestätigten nach Erdbebenmessungen einen Atombombentest in dem international isolierten Land. Sie bezweifelten aber angesichts der begrenzten Sprengkraft, dass tatsächlich eine Wasserstoffbombe detonierte. Eine Wasserstoffbombe ist um ein Vielfaches stärker als eine herkömmliche Atombombe.
Die Schweiz verurteilt den angeblichen nordkoreanischen Test einer Wasserstoffbombe klar. Dies sei am Mittwoch auch dem nordkoreanischen Botschafter „in aller Deutlichkeit“ dargelegt worden, teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mit.
Die Schweiz sei überzeugt, dass der Konflikt auf der koreanischen Halbinsel einzig auf dem Verhandlungsweg und auf diplomatischer Ebene gelöst werden könnte, schrieb das EDA auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Deshalb verurteile die Schweiz den erneuten Atomwaffentest ebenso wie die vorangegangenen - falls sich der Test der Wasserstoffbombe denn bestätigen sollte.
Die Schweiz unterstütze die Wiederaufnahme der Sechsparteiengespräche, schrieb das EDA weiter. Diese Verhandlungen, an denen Nord- und Südkorea, China, Russland, Japan und die USA beteiligt sind, waren vor mehr als sechs Jahren von Nordkorea abgebrochen worden. In den Gesprächen ging es vor allem um die Beendigung des nordkoreanischen Atomprogramms.
Auf Ersuchen hin sei die Schweiz zudem bereit, die Bemühungen um Frieden auf der koreanischen Halbinsel zu unterstützen. Die Schweiz war in der Vergangenheit bereits mehrmals Gastgeberin für Gespräche zwischen China, den USA und Nordkorea, wie es auf der Homepage des EDA heißt.
Die Schweiz setzt sich zudem für die vollständig Abrüstung von Kernwaffen ein. Deshalb habe sie Nordkorea bereits mehrmals aufgefordert, dem Vertrag über die Nichtverbreitung von Nuklearwaffen wieder beizutreten. Nordkorea war 2003 von diesem Vertrag zurückgetreten.
Zudem solle das Land das Safeguard-Abkommen umsetzen, welches mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) vereinbart worden war. Das humanitäre Engagement der Schweiz in Nordkorea werde von dem Test nicht beeinflusst, da es nicht unmittelbar von politischen Entwicklungen abhänge, hieß es. Die Humanitäre Hilfe unterstützt die notleidende Bevölkerung im Land.
~ WEB http://www.un.org/en/sc/ ~ APA327 2016-01-06/17:38
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