UN-Sicherheitsrat will „weitere Maßnahmen“ gegen Nordkorea ergreifen

~ --------------------------------------------------------------------- KORREKTUR-HINWEIS In APA375 vom 06.01.2016 muss es im letzten Absatz...

~ --------------------------------------------------------------------- KORREKTUR-HINWEIS In APA375 vom 06.01.2016 muss es im letzten Absatz, zweiter Satz, richtig heißen: „Das Handeln NORDkoreas....“ (nicht: Südkoreas) --------------------------------------------------------------------- ~ Pjöngjang/New York (APA/AFP/dpa/Reuters) - Nach der Verkündung des Tests einer Wasserstoffbombe durch Nordkorea verschärft der UN-Sicherheitsrat sein Vorgehen gegen Pjöngjang. Die 15 Mitgliedstaaten des mächtigsten UN-Gremiums einigten sich bei einer Dringlichkeitssitzung am Mittwoch in New York darauf, „zusätzliche Maßnahmen“ zu ergreifen. Die Arbeiten an einer entsprechenden Resolution sollen demnach umgehend beginnen.

Der Sicherheitsrat verurteilte den Atomtest als „klare Bedrohung für Frieden und Sicherheit“ in der Welt. Auch die Veto-Macht China, die mit Nordkorea verbündet ist, trug den Beschluss mit.

Uruguays UN-Botschafter Elbio Rosselli, dessen Land in diesem Monat den Vorsitz des Sicherheitsrats innehat, ließ offen, ob es sich bei den angedrohten Maßnahmen um Sanktionen handeln werde. Aus Diplomatenkreisen hieß es aber, dass eine Ausweitung der Sanktionsliste für nordkoreanische Vertreter erwogen werde. Uruguay hat derzeit turnusgemäß den Vorsitz im UN-Sicherheitsrat.

„Die Mitglieder des UN-Sicherheitsrats verurteilen diesen Test scharf“, sagte Rosselli. Die Aktion verstoße gegen vier bestehende Resolutionen des Sicherheitsrats und das System der nuklearen Nichtverbreitung. „Daher besteht weiterhin eine klare Bedrohung für die internationale Sicherheit.“

Wenn nun keine weiteren Schritte gegen das Regime in Pjöngjang unternommen würde, stelle das die Autorität und Glaubwürdigkeit des Sicherheitsrats in Frage, sagte Japans UN-Botschafter Motohide Yoshikawa.

Nordkorea hatte am Mittwoch den „erfolgreichen“ Test eine Wasserstoffbombe vermeldet. Damit gehöre Nordkorea ab sofort zum Kreis der Länder mit fortgeschrittener Kernwaffentechnik, verkündete ein Nachrichtensprecher im staatlichen Fernsehen. Experten bezweifeln allerdings, dass es sich tatsächlich um eine Wasserstoffbombe handelte. Die USA, Südkorea und Japan reagierten sowie weitere Länder empört.

Das international weitgehend isolierte Nordkorea hatte bereits in den Jahren 2006, 2009 und 2013 Atomwaffentests vorgenommen und damit jedes Mal internationale Empörung ausgelöst. Der UN-Sicherheitsrat verschärfte nach jedem Test die Sanktionen gegen das kommunistische Land.

Das Weiße Haus widerspricht indes Berichten Nordkoreas, bei einem Atomtest eine Wasserstoffbombe gezündet zu haben. Eine erste Analyse der US-Regierung komme zu anderen Erkenntnissen, sagte der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Josh Earnest, am Mittwoch. Man sehe keinen Grund, von einer veränderten Bewaffnung Nordkoreas auszugehen. Der Test müsse weiter untersucht werden.

Zuvor hatte US-Verteidigungsminister Ashton Carter mit seinem südkoreanischen Amtskollegen Han Min-koo telefoniert. Beide zeigten sich einig, dass ein solcher Test inakzeptabel sei. Er stelle eine unverantwortliche Provokation und eine schamlose Verletzung internationalen Rechts dar.

Über Stabilität und Frieden der koreanischen Halbinsel hinaus bedrohe ein solcher Test die gesamte Region, teilte das Pentagon weiter mit. Das Handeln Nordkoreas müsse Konsequenzen haben. Carter versicherte Südkorea des gusseisernen Versprechens der USA, Südkorea nötigenfalls zu verteidigen.

~ WEB http://www.un.org/en/sc/ ~ APA380 2016-01-06/20:06