Kuba

Zwei weitere Gefangene verlassen Guantanamo

Häftlinge im umstrittenen Gefangenenlager Guantanamo (Archivbild).
© Reuters

Ghana hat sich bereiterklärt, zwei Jemeniten aufzunehmen. 105 Menschen sitzen noch in dem umstrittenen US-Lager auf Kuba ein.

Guantanamo – Die USA entlassen zwei weitere Gefangene aus dem umstrittenen Lager in Guantanamo. Die beiden aus dem Jemen stammenden Männer würden an die Regierung von Ghana übergeben, teilte das US-Verteidigungsministerium am Mittwoch in Washington mit. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International begrüßte den Schritt.

„Der heutige Transfer und die 15 weiteren, die wir in diesem Monat erwarten, sind ein Zeichen, dass Präsident (Barack) Obama sein Versprechen wahr machen will, Guantanamo zu schließen, bevor er aus dem Amt scheidet“, hieß es in einer Mitteilung. In dem Gefangenenlager sitzen nun noch 105 Menschen ein.

Bei den beiden nach Ghana gebrachten Gefangenen handelt es sich den Angaben zufolge um Mahmud Umar Mohammed Bin Atef und Chalid Mohammed Salih al-Dhuby, die laut Medienberichten bereits im Jänner 2010 für eine Freilassung vorgesehen waren. Bürokratische Hindernisse und der Bürgerkrieg im Jemen verhinderten aber eine Rückführung in ihr Heimatland. Nun nahm Ghana die beiden Männer auf. Sie stellen nach Angaben des Pentagons keine Gefahr dar, sollen aber trotzdem unter Beobachtung bleiben.

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 hatte der damalige US-Präsident George W. Bush das Lager für Terrorverdächtige und Gefangene aus dem Afghanistan-Krieg einrichten lassen. Menschenrechtsgruppen kritisieren, dass die Insassen über Jahre ohne rechtsstaatliche Verfahren festgehalten werden und oft noch in Guantanamo bleiben, nachdem sie als ungefährlich eingestuft wurden.

Bush-Nachfolger Barack Obama hatte bei seinem Amtsantritt Anfang 2009 die Schließung des Lagers versprochen, scheiterte bisher aber am Widerstand aus dem US-Kongress. Er strebt aber weiter die Schließung von Guantanamo bis zum Ende seiner Amtszeit Anfang 2017 an. Im Gespräch ist dabei auch die Verlegung von Guantanamo-Insassen in die USA, etwa in das Militärgefängnis Fort Leavenworth im Bundesstaat Kansas oder die Einrichtung Navy Brig in Charleston in South Carolina. (APA/dpa/AFP)