Börse Tokio klar im Minus - Neuerlicher Kursrutsch in China belastete
Tokio (APA) - Die jüngsten Börsenturbulenzen in China haben den japanischen Aktienmarkt deutlich belastet. Der Nikkei-225 Index fiel am Donn...
Tokio (APA) - Die jüngsten Börsenturbulenzen in China haben den japanischen Aktienmarkt deutlich belastet. Der Nikkei-225 Index fiel am Donnerstag um 423,98 Punkten oder 2,33 Prozent auf 17.767,34 Zählern. Es war der vierte Verlusttag in Folge. Der Topix Index gab um 30,90 Punkte oder 2,08 Prozent auf 1.457,94 Einheiten nach. 222 Kursgewinnern standen 1.624 -verlierer gegenüber. Unverändert notierten 48 Titel.
Bereits das zweite Mal im noch jungen Jahr ist an Chinas Börsen der Handel vorzeitig abgebrochen worden. Die Aktienmärkte in Shanghai und Shenzhen sind zuvor um mehr als sieben Prozent gefallen. Seit 1. Jänner ist ein neuer Schutzmechanismus in Kraft, der bei Tagesverlusten von mehr als sieben Prozent den Abbruch des Aktienhandels vorsieht.
Als Auslöser für den Kursrutsch in China machten Marktbeobachter die starke Abwertung der chinesischen Währung aus. Dies könnte auf eine noch größere Schwäche der chinesischen Wirtschaft hindeuten als aus offiziellen Statistiken hervorgehe. Der von der chinesischen Notenbank festgelegte Referenzkurs des Yuan fiel gegenüber Mittwoch um 0,5 Prozent. Zudem war es der achte Tag in Folge, an dem die Zentralbank den Yuan schwächte.
Die Börse im Nachbarland Japan zeigte sich von den neuerlichen Turbulenzen an den chinesischen Aktienmärkten deutlich belastet. Besonders für die japanische Exportwirtschaft ist ein schwächerer Yuan wenig erfreulich: Er verbilligt die Produkte konkurrierender chinesischer Firmen am Weltmarkt. „Ein schwächerer Yuan trifft japanische Aktien direkt“, sagte ein Marktstratege von Daiwa Securities zur Finanznachrichtenagentur Bloomberg, „solange er weiter abwertet, kann man Geld mit dem Verkauf von japanischen Aktien machen“.
Die Kursverluste in Tokio zogen sich durch alle Branchen. Zu den größten Verlierern gehörten Aktien von stark am chinesischen Markt engagierten Unternehmen. So verloren die Titel von Hoya, einem Hersteller von Spezialgläsern, um 5,35 Prozent. Auch die Papiere des Spieleherstellers Nexon fielen um 4,01 Prozent. Nexon macht mehr als ein Drittel seiner Umsätze in China.
Den zweiten Tag in Folge schlossen Sony-Aktien im Minus. Am Dienstag verloren sie 3,49 Prozent. Marktbeobachter begründeten dies mit Sorgen, dass der Konzern eine Kapitalerhöhung benötige könne. Einem Zeitungsbericht zufolge sei Sony an einer Übernahme der Medizinsparte von Toshiba interessiert. Am Vortag hatte es bereits Berichte gegeben, wonach Sony auch einen Anteil am Chiphersteller Renesas erwerben könne.
~ ISIN XC0009692440 ~ APA069 2016-01-07/09:21
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