Europas Börsen im Frühhandel unter Druck - DAX über 3,6 im Minus
Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag im Frühhandel klar im Minus tendiert. Auslöser für die deutliche...
Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag im Frühhandel klar im Minus tendiert. Auslöser für die deutlichen Kursverluste war der neuerliche Kursrutsch an den chinesischen Börsen.
Der Euro-Stoxx-50 verzeichnete gegen 10.00 Uhr ein Minus von 3,28 Prozent oder 102,87 Punkten und stand damit bei 3.036,45 Einheiten. Der DAX in Frankfurt verlor 3,65 Prozent oder 372,91 Zähler auf 9.841,11 Punkte. In London fiel der FT-SE-100 um 2,59 Prozent oder 157,11 Einheiten auf 5.916,27 Punkte.
Bereits das zweite Mal im noch jungen Jahr 2016 ist an Chinas Börsen der Handel abgebrochen worden. Die Aktienmärkte in Shanghai und Shenzhen sind zuvor um jeweils mehr als sieben Prozent gefallen. Seit 1. Jänner ist in China ein neuer Schutzmechanismus in Kraft, der bei Tagesverlusten von mehr als sieben Prozent den Abbruch des Aktienhandels vorsieht.
Für Verunsicherung an den chinesischen Börsen hatte die neuerliche Abwertung der chinesischen Landeswährung Yuan (Renminbi) gesorgte. Es dränge sich die Frage auf, „warum sie es damit so eilig hat“, kommentierte der Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets, „die Regierung könnte etwas wissen, was die Märkte noch nicht wissen“. Der von der chinesischen Notenbank festgelegte Referenzkurs des Yuan fiel gegenüber Mittwoch um 0,5 Prozent. Zudem war es der achte Tag in Folge, an dem die Zentralbank den Yuan schwächte.
Im Euro-Stoxx-50 notierten alle 50 Werte im Minus. Zu den größten Verlierern gehörten die Papiere von Volkswagen (VW), die 5,00 Prozent verloren. Der Autokonzern wird laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ in den USA nach den Abgas-Manipulationen rund 115.000 der betroffenen Autos zurückkaufen müssen. Die Besitzer würden entweder den Kaufpreis erstattet oder über einen Umtausch deutlich vergünstigt ein neues Fahrzeug gestellt bekommen, schrieb die Zeitung.
Auch die anderen deutschen Autowerte tendierten klar tiefer: BMW-Aktien verloren 4,94 Prozent, Daimler-Papiere gaben um 4,77 Prozent nach.
Sehr schwach zeigten sich im Branchenvergleich außerdem Aktien aus dem Ölsektor. In London verloren BP 4,67 Prozent und Royal Dutch Shell (Kategorie B) 5,05 Prozent. In Paris rutschten die Anteilsscheine von Total um 4,65 Prozent ab. Die Ölpreise haben am Vormittag erneut deutlich nachgegeben. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete zuletzt weniger als 33 Dollar und damit um über 3,6 Prozent weniger als am Vortag.
Über einen neuen Großauftrag darf sich unterdessen Airbus freuen. Die Flugzeugleasing-Firma BOC Aviation hat 30 Maschinen vom Typ A320 bestellt. Geordert werden zwölf aktuelle Flugzeuge und 18 neue A320neo-Modelle. Im schwachen Umfeld notierte die Airbus-Aktie dennoch um 2,97 Prozent tiefer.
~ ISIN EU0009658145 ~ APA113 2016-01-07/10:14
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