Fasnachtsfieber: Ausnahmezustand hat begonnen
Mit den Vollversammlungen am Dreikönigstag in Imst und Nassereith ist das Fasnachtsfieber endgültig ausgebrochen. Die Rollen für das Schellerlaufen am 24. und das Schemenlaufen am 31. Jänner sind verteilt.
Von Peter Jaritz und Hubert Daum
Imst, Nassereith –Mit einem donnernden „Ja“ am Dreikönigstag im prall gefüllten Mehrzwecksaal der NMS Imst-Unterstadt auf die Frage von Fasnachtsobmann Uli Gstrein: „Söll mer huire in d’ Fasnacht giah?“ wurde der Startschuss für das Schemenlaufen am Sonntag, den 31. Jänner, gegeben. Neben dem Kassabericht und verschiedenen organisatorischen Fragen standen auch Neuwahlen und vor allem eine Beschränkung der Ordnungsmasken auf der Tagesordnung. Bei den Neuwahlen gab es kaum Veränderungen.
Nachdem Bürgermeister Stefan Weirather den Vorsitz übernommen hatte, wurde Obmann Uli Gstrein per Akklamation einstimmig wiedergewählt, auch die anderen Komiteemitglieder wurden bestätigt. Luis Schlierenzauer, bisheriger Obmannstellvertreter, schied aus eigenem Wunsch aus. Nach dem Dank von Uli Gstrein erhielt Schlierenzauer riesigen Applaus. Laut dem Obmann will man derzeit mit nur einem Obmann-Stellvertreter auskommen. Dies ist wie bisher Manfred Waltner. Mit Spannung wurde die Frage der Beschränkung der Ordnungsmasken erwartet. In den letzten Jahren stieg die Zahl dieser Maskengruppen zu stark an. Während sich die Roller und Scheller schon vor Jahren eine Beschränkung auferlegten, können die Ordnungsmasken nicht mehr weiter wachsen. Waren im Jahre 1988 103 Einzelmasken und 122 Sackner zu verzeichnen, so stieg die Zahl der Einzelmasken beim letzten Schemenlaufen 2012 auf 220 und bei den Sackner auf 172 an. Nach kurzer Debatte einigte man sich bei einigen Gegenstimmen auf den Komiteevorschlag: Als Ordnungsmasken kann man in Zukunft nur noch gehen, wenn man bereits bei der Buabefasnacht mitgemacht hat. Der Imster Fasnachtsmarsch gespielt von der Stadtmusik und die ersten „Gangle“ durften natürlich nicht fehlen. Am Abend fand bereits die erste Schellerprobe statt.
Während in Imst die Versammlung voll im Gange war, waren in Nassereith die „Ausruafer“ unterwegs, um die männliche Bevölkerung zur dortigen Vollversammlung ab 20 Uhr zu laden. Die „Werbetour“ war erfolgreich, denn in den Nassereither Gemeindesaal passte keine Löschblatt mehr. Hunderte waren gekommen, um – im Gegensatz zu Imst – die Verlosung der Rollen für das Schellerlaufen am 24. Jänner mitzuerleben. In Nassereith werden unter anderem die Reihenfolge der Scheller und die Hauptrolle des Bärentreibers per Los gezogen.
Nach dem ebenfalls ohrenbetäubenden „Ja“ als Anfang der Fasnachtszeit wurde auch eines Endes gedacht: Im letzten Jahr starben mit dem langjährigen Obmann Johann Sterzinger und dem Zeugwart Hermann Senn gleich zwei schillernde Fasnachtsfiguren. Nach einigen organisatorischen Infos durch Obmann Gerhard Spielmann versammelten sich 17 Scheller auf der Bühne, um das Traumlos der ersten Schelle zu ziehen. Markus Schleich heißt heuer jener Scheller, der den „schönen Zug“ anführen darf. Noch spannender verlief das Rittern um die Hauptfigur, den Bärentreiber. Von zehn „Interessenten“ zog schließlich Reinhold Mang das Glückslos und konnte es gar nicht fassen. Auf die Fasnachtler wartet nun ein dicht gedrängtes Programm: Bereits am Sonntag ist „Fasnachtsuache“.
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