Volleyball

Hypo Tirol und die Verlockung aus dem Süden

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Der österreichische Volleyballmeister Hypo Tirol streckt seine Fühler nach Italien aus, dem ÖVV wird das auf alle Fälle missfallen. Eine Lösung ist noch nicht in Sicht.

Von Daniel Suckert

Innsbruck –Dass sowohl das Hypo- als auch das ÖVV-Lager das Hauptaugenmerk auf das eigene Produkt richtet, versteht sich von selbst. Würde der Österreichische Volleyballverband (ÖVV)den Meister aus Tirol wortlos nach Italien ziehen lassen, würde man sich tief ins eigene Fleisch schneiden. Ebenso muss Hypo-Manager Hannes Kronthaler den Status quo in der heimischen AVL kritisch betrachten. Und da fehlt hinter Vizemeister Aich/Dob die Herausforderung. Das wird immer dann zum Problem, wenn es um die Vertragsverlängerungen mit den eigenen Leistungsträgern geht.

Im Augenblick kann sich das dunkelblaue Lager vor allem auf Champions-League-Ebene sonnen. Bisher pilgerten 1400 und 1800 Zuschauer in die Innsbrucker Olympiahalle – am 21. Jänner im entscheidenden Duell mit Ankara (TÜR) soll die 2000er-Marke fallen. Die Königsklasse bietet das ideale Paket für den Konsumenten: Spannung und hohes Niveau.

Und in der AVL? Elf Spiele, elf Siege – gerade einmal einen Satz mussten die Tiroler Dominatoren dabei abgeben. Sportlich beeindruckend, für den Kassier ein Albtraum. Zu viele spannungsarme AVL-Duelle gehen seit Jahren in knapp 60 Minuten und mit einem 3:0 an den rotweißroten Meister. Mit der Folge, dass sich der Andrang an der USI-Kasse im Liga-Alltag mittlerweile in Grenzen hält.

Für das Kronthaler-Team hat sich deshalb die mögliche Option Italien aufgetan. Der Baulöwe würde sich durch die qualitativ höhere Konkurrenz aus dem Süden eine Belebung auf den eigenen Tribünen und einen Anreiz für künftige Stars wünschen.

Der Österreichische Volleyballverband um Präsident Peter Kleinmann hat diesem Traum bereits eine Absage erteilt, ohne dass sich beide Parteien an einen Tisch zusammengesetzt hätten. Für Kleinmann und Co. wäre der komplette Rückzug des Hypo-Schiffs eine Bankrotterklärung.

Bleibt alles beim Alten, müsste man jedoch auf lange Sicht mit einem Ausstieg von Manager Kronthaler spekulieren. Der seit 1998 bei Hypo unter Vertrag stehende Manager sucht die Weiterentwicklung für seinen Club. Und der zu langsame Prozess innerhalb der Austrian Volleyball League macht seinen Vorstoß wiederum verständlich. Dafür steht der Club auf zu professionellen Beinen, dafür wird zu viel Geld investiert.

Eine Win-win-Situation könnte die goldene Mitte darstellen. Sprich: Die Hypo-Stars bestreiten den Grunddurchgang in Italien und steigen erst im rotweißroten Play-off wieder ein.

Ob jedoch aufgrund der Vergangenheit ein kon­struktives Gespräch zwischen Kronthaler und Kleinmann überhaupt möglich ist, das ist eine andere Geschichte. Im Sinne des Volleyballs müssen die eigenen Egos aber nach hinten gestellt und eine Lösung gefunden werden, bei der keine der beiden Parteien ihr Gesicht in der Öffentlichkeit verliert.