Leitbörsen in Fernost tiefrot - Wieder Börsenturbulenzen in China

Tokio (APA) - Die Leitbörsen in Fernost haben am Donnerstag einheitlich deutliche Kursverluste verzeichnet. Im Mittelpunkt stand der neuerli...

Tokio (APA) - Die Leitbörsen in Fernost haben am Donnerstag einheitlich deutliche Kursverluste verzeichnet. Im Mittelpunkt stand der neuerliche Kursrutsch an den chinesischen Börsen. Bereits zum zweiten Mal im neuen Jahr wurde der Handel wegen zu hohen Kursverlusten abgebrochen. Der Shanghai Composite blieb daher bei 3.125,00 Punkten und mit einem satten Minus von 236,84 Zählern oder 7,04 Prozent stehen.

Die übrigen asiatischen Aktienmärkte gerieten daraufhin ebenfalls schwer unter Druck. Der Hang Seng Index in Hongkong fiel um 647,47 Zähler oder 3,09 Prozent auf 20.333,34 Einheiten. Der Nikkei-225 Index in Tokio gab um 423,98 Zähler oder 2,33 Prozent auf 17.767,34 Punkte nach. In Mumbai verlor der indische Leitindex Sensex 30 ebenfalls klare 554,50 Punkte oder 2,18 Prozent auf 24.851,83 Zähler. In Sydney rutschte der All Ordinaries Index um 109,2 Zähler oder 2,11 Prozent auf 5.068,80 Einheiten ab.

Wie schon am Montag fand der Handel in China ein frühzeitiges Ende. Der am 1. Jänner in Kraft getretene neue Schutzmechanismus führt bei Indexverlusten von über sieben Prozent automatisch zur vorzeitigen Beendigung des Handelstages. Der Shanghai Composite verzeichnete nun das bereits zweite Mal im neuen Jahr ein entsprechendes Minus. Auch an der Börse in Shenzhen war frühzeitig Feierabend.

Als Grund für die Verunsicherung am Aktienmarkt wurde die neuerliche Abwertung der chinesischen Landeswährung Yuan (Renminbi) angeführt. Es dränge sich die Frage auf, „warum die chinesische Regierung es damit so eilig hat“, kommentierte der Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets, „sie könnte etwas wissen, was die Märkte noch nicht wissen“. Der von der chinesischen Notenbank festgelegte Referenzkurs des Yuan ist am Mittwoch den achten Tag in Folge gesunken.

In Shanghai zogen sich die Kursverluste durch alle Branchen. Etliche Werte erreichten den maximal möglichen Tagesverlust von zehn Prozent, darunter die Industrieaktien Anyuan Coal Industry, Chongqing Dima Industry und Anhui Wanwei.

In Tokio wiederum gehörten Aktien von stark am chinesischen Markt engagierten Unternehmen zu den größten Verlierern. So verloren die Titel von Hoya, einem Hersteller von Spezialgläsern, um 5,35 Prozent. Auch die Papiere des Spieleherstellers Nexon fielen um 4,01 Prozent. Nexon macht mehr als ein Drittel seiner Umsätze in China.

In Australien präsentierten sich einmal mehr Öl- und Bergbauwerte mit Kursverlusten. Unter den Ölaktien verloren Titel von Woodside Petroleum 5,11 Prozent, Santos-Aktien gaben sogar um 7,41 Prozent nach. Die Ölpreise haben am Dienstag erneut klar tiefer tendiert. Bei den Bergbauaktien fielen BHP Billiton (minus 4,78 Prozent) und Rio Tinto (4,80 Prozent).