Europas Leitbörsen zu Mittag weiter mit deutlichen Kursverlusten

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Leitbörsen haben am Donnerstag im Mittagshandel weiter im tiefroten Bereich notiert. Belastet wur...

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Leitbörsen haben am Donnerstag im Mittagshandel weiter im tiefroten Bereich notiert. Belastet wurden die Aktienmärkte hauptsächlich vom neuerlichen Kursrutsch an den chinesischen Börsen.

Der Euro-Stoxx-50 verlor gegen 12.00 Uhr 87,29 Einheiten oder 2,78 Prozent auf 3.052,03 Punkte. Der DAX fiel um 320,21 Einheiten oder 3,14 Prozent auf 9.893,81 Punkten. Der FT-SE-100 der Börse London rutschte um 167,64 Zähler oder 2,76 Prozent auf 5.905,74 Stellen ab.

Bereits das zweite Mal im noch jungen Jahr 2016 ist an Chinas Börsen der Handel abgebrochen worden. Die Aktienmärkte in Shanghai und Shenzhen sind zuvor um jeweils mehr als sieben Prozent gefallen. Seit 1. Jänner ist in China ein neuer Schutzmechanismus in Kraft, der bei Tagesverlusten von mehr als sieben Prozent den Abbruch des Aktienhandels vorsieht.

Für Verunsicherung an den chinesischen Börsen hatte die neuerliche Abwertung der chinesischen Landeswährung Yuan (Renminbi) durch die Notenbank gesorgt. Es dränge sich die Frage auf, „warum sie es damit so eilig hat“, kommentierte der Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets, „die Regierung könnte etwas wissen, was die Märkte noch nicht wissen“. Der von der chinesischen Notenbank festgelegte Referenzkurs des Yuan ist am Mittwoch den achten Tag in Folge gesunken.

Im Euro-Stoxx-50 notierten alle 50 Werte im Minus. Zu den größten Verlierern gehörten die Papiere von Volkswagen (VW), die 4,21 Prozent verloren. Der Autokonzern wird laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ in den USA nach den Abgas-Manipulationen rund 115.000 der betroffenen Autos zurückkaufen müssen. Die Besitzer würden entweder den Kaufpreis erstattet oder über einen Umtausch deutlich vergünstigt ein neues Fahrzeug gestellt bekommen, schrieb die Zeitung.

Auch die anderen deutschen Autowerte tendierten klar tiefer: BMW-Aktien verloren 4,73 Prozent, Daimler-Papiere gaben um 4,53 Prozent nach.

Sehr schwach zeigten sich im Branchenvergleich außerdem Aktien aus dem Ölsektor. In London verloren BP 4,00 Prozent und Royal Dutch Shell (Kategorie B) 4,02 Prozent. In Paris rutschten die Anteilsscheine von Total um 3,39 Prozent ab.

Die Ölpreise haben am Vormittag erneut deutlich nachgegeben. Ein Barrel der Nordseesorte Brent hatte am Vormittag zwischenzeitlich sogar weniger als 33 Dollar gekostet. Zuletzt notierte der Brentpreis wieder etwas darüber bei 33,46 Dollar - damit kostete er aber noch immer über 2,2 Prozent weniger als am Vortag.

Über einen neuen Großauftrag darf sich unterdessen Airbus freuen. Die Flugzeugleasing-Firma BOC Aviation hat 30 Maschinen vom Typ A320 bestellt. Geordert werden zwölf aktuelle Flugzeuge und 18 neue A320neo-Modelle. Im schwachen Umfeld notierte die Airbus-Aktie dennoch um 3,25 Prozent tiefer.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA237 2016-01-07/12:13