Chronologie - Zwölf Monate des Terrors in Frankreich

Paris (APA/AFP) - Genau ein Jahr nach dem islamistischen Anschlag auf die Satirezeitung „Charlie Hebdo“ mit zwölf Toten hat ein Angriff auf ...

Paris (APA/AFP) - Genau ein Jahr nach dem islamistischen Anschlag auf die Satirezeitung „Charlie Hebdo“ mit zwölf Toten hat ein Angriff auf ein Pariser Polizeirevier für Aufregung gesorgt: Der erschossene Angreifer hatte ein Bekennerschreiben mit einer Fahne der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bei sich. Frankreich ist seit dem „Charlie Hebdo“-Anschlag nicht zur Ruhe gekommen.

Eine Chronologie der wichtigsten Ereignisse:

7. Jänner 2015:

Die Islamisten Cherif und Said Kouachi erschießen beim Anschlag auf „Charlie Hebdo“ zwölf Menschen, darunter mehrere der bekanntesten Zeichner des für seine Mohammed-Karikaturen bekannten Blatts. Für den Großraum Paris wird die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen, es beginnt eine großangelegte Jagd auf die Attentäter.

8. Jänner:

Ein Bekannter der Kouachi-Brüder, der Islamist Amedy Coulibaly, tötet in Montrouge südlich von Paris eine unbewaffnete Gemeindepolizistin - womöglich wollte er eine nahe gelegene jüdische Schule attackieren.

9. Jänner:

Während die Kouachi-Brüder sich in einer Druckerei nördlich von Paris verschanzen, tötet Coulibaly bei einer Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt vier Menschen. Bei nahezu zeitgleichen Polizeieinsätzen werden die Islamisten schließlich erschossen.

11. Jänner:

Zahlreiche Staats- und Regierungschefs aus aller Welt nehmen in Paris an einem Gedenkmarsch in Erinnerung an die Anschlagsopfer teil. In der französischen Hauptstadt gehen rund 1,5 Millionen Menschen auf die Straßen, landesweit sind es fast vier Millionen.

19. April:

Mit einer Schussverletzung am Bein wird der algerische Student Sid Ahmed Ghlam in Paris festgenommen, in seinem Auto wird ein wahres Waffenarsenal gefunden. Der 24-Jährige soll einen Anschlag auf mindestens eine Kirche geplant und eine junge Frau erschossen haben.

24. Juni:

Die französische Nationalversammlung verabschiedet ein umstrittenes neues Geheimdienstgesetz, das den Sicherheitsbehörden umfangreiche Befugnisse einräumt.

26. Juni:

Der wegen seiner Kontakte zur Salafisten-Szene bekannte Yassin Salhi enthauptet seinen Chef und bringt den Kopf neben islamistischen Flaggen am Zaun eines Gaslagers nahe Lyon an. Anschließend bringt er auf dem Industriegelände mehrere Gasflaschen zur Explosion.

21. August:

Ein Blutbad kann in einem Thalys-Schnellzug auf dem Weg von Amsterdam nach Paris verhindert werden: Zufällig mitreisende US-Soldaten überwältigen den schwerbewaffneten Ayoub El Khazzani, als dieser in dem Zug das Feuer eröffnet. Der 25-jährige Islamist verletzt zwei Menschen schwer.

7. September:

Frankreichs Staatschef François Hollande kündigt an, die französischen Luftangriffe gegen die IS-DJihadistenmiliz vom Irak auf Syrien auszuweiten.

13. November:

Bei nahezu zeitgleichen Attacken auf die Pariser Konzerthalle Bataclan, eine Reihe von Bars und Restaurants und die Fußballarena Stade de France während eines Länderspiels Deutschland-Frankreich töten Islamisten 130 Menschen. Noch in der Nacht verhängt Hollande den Ausnahmezustand.

14. November:

Hollande spricht von einem „Kriegsakt“ des IS. Wenig später bekennt sich die Jihadistenmiliz zum schwersten Anschlag in der Geschichte Frankreichs.

18. November:

Eliteeinheiten töten bei der Erstürmung einer Wohnung in der Pariser Vorstadt Saint-Denis den mutmaßlichen Anschlags-Drahtzieher Abdelhamid Abaaoud.

23. Dezember:

Die französische Regierung bringt eine Verfassungsreform auf den Weg, um den nach den Anschlägen verhängten Ausnahmezustand in der Verfassung zu verankern.

7. Jänner 2016:

Am Jahrestag des „Charlie Hebdo“-Anschlags attackiert ein Mann ein Pariser Polizeirevier mit einem Metzgerbeil und wird von Beamten erschossen. Bei dem toten Angreifer wird ein Bekennerschreiben mit einer IS-Fahne entdeckt.