Europas Börsen klar im Minus - Börsenturbulenzen in China belasteten
Frankfurt am Main (APA) - Die neuerlichen Börsenturbulenzen in China haben die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag in Mitleidenschaft ge...
Frankfurt am Main (APA) - Die neuerlichen Börsenturbulenzen in China haben die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag in Mitleidenschaft gezogen. Die Leitbörsen in Europa schlossen einheitlich mit klaren Verlusten.
Der Euro-Stoxx-50 fiel um 54,64 Einheiten oder 1,74 Prozent auf 3.084,68 Zähler. Auch der deutsche Leitindex DAX (minus 2,29 Prozent) und der FT-SE-100 der Börse London beendeten den Handelstag deutlich tiefer (minus 1,96 Prozent).
Bereits das zweite Mal in dieser Woche ist der Handel an Chinas Börsen wegen zu hoher Kursverluste abgebrochen worden. Die Aktienmärkte in Shanghai und Shenzhen sind zuvor um jeweils mehr als sieben Prozent gefallen. Seit 1. Jänner ist in China ein neuer Schutzmechanismus in Kraft, der bei Tagesverlusten von mehr als sieben Prozent den Abbruch des Aktienhandels vorsieht. Mittlerweile hat die chinesische Regierung angekündigt, die Regelung auszusetzen.
Für Verunsicherung an den chinesischen Börsen hatte die neuerliche Abwertung der chinesischen Landeswährung Yuan (Renminbi) durch die Notenbank gesorgt. Es dränge sich die Frage auf, „warum sie es damit so eilig hat“, kommentierte der Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets, „die Regierung könnte etwas wissen, was die Märkte noch nicht wissen“. Der von der chinesischen Notenbank festgelegte Referenzkurs des Yuan ist am Mittwoch den achten Tag in Folge gesunken.
Unter den Anlegern machte sich daraufhin die Sorge breit, dass es um die chinesische Konjunktur schlechter bestellt sein könne als bisher angenommen. Europaweit rutschten die Aktienmärkte darauf in den tiefroten Bereich ab. Der DAX lag zwischenzeitlich 3,95 Prozent im Minus und fiel nur knapp nicht unter 9.800 Punkte. Im Späthandel grenzten die meisten Indizes ihre Verluste noch etwas ein. Ausschlaggebend dafür dürfte die Eröffnung an der Wall Street gewesen sein: Zwar notierten Dow Jones und S&P-500 ebenfalls im Minus, die Verluste hielten sich in New York jedoch im Rahmen.
Konjunkturdaten rückten in Hintergrund: Die Arbeitslosenrate im Euroraum ist im November auf den tiefsten Stand seit vier Jahren gesunken. Außerdem legten die Aufträge in der deutschen Industrie im selben Monat überraschend zu. Die Einzelhandelsumsätze in der Eurozone sanken im November hingegen erneut.
Im Euro-Stoxx-50 schloss mit Enel (plus 0,43 Prozent) nur ein Wert in der Gewinnzone. Zu den größten Verlierern gehörten hingegen die Papiere von Volkswagen (VW), die 3,28 Prozent einbüßten. Der Autokonzern wird laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ in den USA nach den Abgas-Manipulationen rund 115.000 der betroffenen Autos zurückkaufen müssen. Die Besitzer würden entweder den Kaufpreis erstattet oder über einen Umtausch deutlich vergünstigt ein neues Fahrzeug gestellt bekommen, schrieb die Zeitung. Am Nachmittag wurde dann bekannt, dass sich VW-Konzernchef Matthias Müller in der kommenden Woche mit den US-Behörden treffen wird.
Auch die anderen deutschen Autowerte im Index schlossen tiefer: BMW-Aktien verloren 3,76 Prozent, Daimler-Papiere gaben um 3,85 Prozent nach.
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Index Änderung Änderung Zuletzt
Punkte Prozent Wien ATX 2.297,63 -65,10 -2,76 2.362,73 Frankfurt DAX 9.979,85 -234,17 -2,29 10.214,02 London FT-SE-100 5.954,08 -119,30 -1,96 6.073,38 Paris CAC-40 4.403,58 -76,89 -1,72 4.480,47 Zürich SPI 8.710,45 -168,29 -1,90 8.878,74 Mailand FTSEMIB 20.189,48 -232,91 -1,14 20.422,39 Madrid IBEX-35 9.059,30 -138,10 -1,50 9.197,40 Amsterdam AEX 420,76 -8,00 -1,87 428,76 Brüssel BEL-20 3.550,71 -62,98 -1,74 3.613,69 Stockholm SX Gesamt 1.357,12 -29,91 -2,16 1.387,03 Europa Euro-Stoxx-5 3.084,68 -54,64 -1,74 3.139,32
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Euro-Stoxx 326,29 -5,88 -1,77 332,17 ~
~ ISIN EU0009658145 ~ APA477 2016-01-07/18:05
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