Neun Alltagsprobleme und ihr Geheimnis
Der Mensch ist ein seltsames Wesen – er hat Schluckauf, Ohrwürmer und eine schüchterne Blase. Wie entstehen diese Beschwerden? Und wie gehen sie wieder weg?
Von Miriam Hotter
Innsbruck – Als Charles Osborne eines Tages im Jahr 1922 auf seiner Farm im US-Bundesstaat Iowa ein Schwein schlachtete, fing alles an. Plötzlich stieß der 28-Jährige alle zwei Sekunden einen unverkennbaren Laut aus, der nur eine Schlussfolgerung zuließ: Der Mann hatte Schluckauf. Und das 67 Jahre lang. Damit hält Osborne den Weltrekord für den längsten Schluckauf-Anfall.
Schluckauf ist nicht das einzige merkwürdige Phänomen, das unser Körper zu bieten hat. Warum in aller Welt haben Menschen zum Beispiel einen Ohrwurm? „Das hat was mit positiven Emotionen zu tun“, erklärt Johannes Achammer, Psychologe in Innsbruck. Deshalb würde ein Guter-Laune-Song eher im Kopf bleiben als ein trauriges Lied.
„Ein Ohrwurm ist nichts anderes als eine akustische Halluzination. Man hört das Lied ja nicht wirklich“, erklärt Achammer. Trotzdem will „Barbie Girl“ oder „Brother Louie“ nicht verschwinden.
Schneller wird man im Normalfall eingeschlafene Füße wieder los, nachdem man eine Zeit lang in einer ungewöhnlichen Position verharrt hatte. „Häufig geht das Kribbeln und das Taubheitsgefühl nach einigen Sekunden wieder weg“, erklärt Sport- und Allgemeinmediziner Herwig Kunczicky in Zell am Ziller. Trotzdem sind sie mehr als unangenehm. Wachrütteln könne man seine eingeschlafenen Füße, indem man sie kurz ordentlich schüttelt.
Abschütteln lässt sich leider nicht alles. Ein roter Kopf zum Beispiel. Wie schön wäre es, wenn man nach einem peinlichen Missgeschick nicht aussehe wie eine Tomate! Dabei wird das Erröten sozial akzeptiert, wie internationale Studien, darunter eine der Universität Freiburg, herausgefunden haben. Demnach stimmt ein roter Kopf andere Menschen milder gegenüber Fehlern. Selbst Unehrlichkeit wird durch rote Wangen schneller verziehen. Denn wer errötet, wird als ehrliche Haut angesehen. Erröten hat also auch Vorteile. Außerdem haben unterschiedliche Studien gezeigt, dass die Zeichen der Aufgeregtheit nicht so auffällig sind, wie befürchtet. Dies sollte man sich beim nächsten Vortrag in Erinnerung rufen, bevor der Körper „Alarmstufe Rot“ ausruft.
Neun Alltagsprobleme
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