Zürcher Börse schließt erneut klar im Minus

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Börsencrash in China hat auch den Schweizer Aktienmarkt am Donnerstag kräftig durchgeschüttelt. Nach einem tiefro...

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Börsencrash in China hat auch den Schweizer Aktienmarkt am Donnerstag kräftig durchgeschüttelt. Nach einem tiefroten Start der wichtigsten Indizes trat nach einer Stunde eine gewisse Stabilisierung ein, und der SMI konnte sich etwas vom Tagestief lösen.

Am Nachmittag konnten die europäischen Märkte die Verluste weiter eindämmen. Am Schluss blieb dennoch das dritte klare SMI-Minus innerhalb der ersten vier Handelstage im neuen Jahr.

Das Schwankungsbarometer VSMI, das am Donnerstag um beinahe zwölf Prozent zulegte, belegte eine extrem hohe Nervosität an den Märkten. Hintergrund der anhaltenden Turbulenzen in Fernost ist die Angst vor einer harten Landung der chinesischen Wirtschaft. Nach einem erneuten Kurssturz an den Börsen wurde der Aktienhandel in China am Donnerstag bereits nach knapp 30 Minuten für den Rest des Tages ausgesetzt.

Viele Marktteilnehmer befürchten, dass es um die Konjunktur im Reich der Mitte noch schlechter bestellt ist, als es jüngste Zahlen signalisierten. Ein Marktbeobachter sah in den ersten Handelstagen einen Vorgeschmack darauf, dass Ereignisse in China auch 2016 die globalen Märkte durchschütteln könnten.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 1,90 Prozent tiefer auf 8.449,86 Punkte, das Tagestief lag gar gut 120 Punkte tiefer. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die größten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büßte mit 2,04 Prozent auf 1.266,98 noch mehr ein, beim breiten Swiss Performance Index (SPI) betrug das Minus 1,90 Prozent auf 8.710,45 Punkte. Von den 30 SMI/SLI-Titeln gingen alle klar im Minus aus dem Handel.

Händler sprachen von einem veritablen Fehlstart der Aktienbörsen im neuen Jahr. Auf dem aktuellen Niveau hat der SMI seit Jahresbeginn gut vier Prozent verloren.

Die mit Abstand größten Verlierer unter den Standardwerten waren am Donnerstag Galenica (-5,1 Prozent). Die Papiere des Berner Gesundheitskonzerns, der gegen Ende Jahr in zwei Teile aufgespalten werden soll, hatten ihren Wert im Vorjahr nahezu verdoppelt. Nun schritten vermutlich einige Marktteilnehmer zu Gewinnmitnahmen, hieß es am Markt.

Ebenfalls stark unter Druck waren die Aktien des Backwaren-Herstellers Aryzta (-3,7 Prozent), die im Gegensatz zu Galenica im Vorjahr zu den schwächsten Papieren gehört hatten. Sie hatten sich allerdings nach einem Tief Ende September stark erholt.

Am Schluss der Tabelle präsentierten sich zudem die Finanzwerte UBS, Credit Suisse (je -2,9 Prozent) und Julius Bär (-2,8 Prozent). Hier gibt es neben den allgemeinen Verkaufsargumenten auch Ängste und Spekulationen um größere Kreditausfälle in China. Großkunden würden sich bis zur Klärung der Lage zurückhalten, hieß es, da sich die Kredit-Malaise in China noch verschlimmern könnte.

Daneben folgten Zykliker oder chinalastige Titel mit größeren Kursverlusten wie Adecco (-3,5 Prozent), Clariant (-3,2 Prozent), Kühne+Nagel (-2,6 Prozent) und Schindler (je -3,2 Prozent). Die Titel des Ölbohrkonzerns Transocean (-2,0 Prozent) standen anfangs vor allem wegen der Ölpreise unter Druck, die auf neue langjährige Tiefstände fielen. Später konnten die Papiere ihre die Verluste jedoch stark eingrenzen. Die an der New Yorker Börse gehandelten Titel gaben nämlich deutlich weniger nach.

Zu den stabilsten Werten im aktuellen Umfeld gehörten die des Pharmakonzerns Roche (-0,7 Prozent). Die anderen beiden SMI-Schwergewichte Nestle (-2,3 Prozent) und Novartis (-1,9 Prozent) hielten sich dagegen nicht besser als der Gesamtmarkt. Neben Roche ging es außerdem noch einigermaßen glimpflich bei Sika und Swisscom (-0,7 Prozent) zu.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA490 2016-01-07/18:26