Bundespräsidenten-Wahl

Pröll verzichtet auf Hofburg-Wahl, ÖVP kürt Kandidat am Sonntag

Niederösterreichs Ex-Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP).
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Seine Bundespräsidentschafts-Kandidatur betreffend, hüllte sich Niederösterreichs Landeschef lange ins Schweigen. Nun steht fest: Erwin Pröll geht nicht für die ÖVP ins Rennen. Wer antritt, soll am Sonntag bekanntgegeben werden.

Wien – Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll wird nicht für die ÖVP als Präsidentschafts-Kandidat antreten. Diese überraschende Ankündigung machte Parteiobmann Reinhold Mitterlehner am Donnerstag in der „ZiB 2“ des ORF. Pröll wolle weiterhin Landeschef bleiben, so der ÖVP-Chef. Er habe aber bereits den „besten Kandidaten“ gefunden, diesen werde er dem Parteivorstand am Sonntag vorschlagen.

Pröll habe ihm schon vor Weihnachten mitgeteilt, dass er Landeshauptmann in Niederösterreich bleiben wolle, sagte Mitterlehner. Daher habe er auch ausreichend Zeit gehabt, einen Kandidaten für die Bundespräsidentschaftswahl „zu suchen und zu finden“. Am Sonntag will er diesen dem Parteivorstand vorschlagen, danach soll die Entscheidung bekannt gegeben werden: „Am Sonntag , 10. Jänner, steht die Entscheidung - wie ich annehme - auch fest.“

Mitterlehner nannte keine Namen

Bis dahin dürfte es nun munteres Name-Dropping geben. Spekuliert wurde in der Vergangenheit etwa über das Antreten von Justizminister Wolfgang Brandstetter, Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl, Ex-Raiffeisen-Generalanwalt und Flüchtlingskoordinator Christian Konrad oder dem langjährigen EU-Abgeordneten Othmar Karas. Aber auch der ehemalige EU-Kommissar und nunmehrige Präsident des IHS-Kuratoriums Franz Fischler oder Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer gelten als mögliche ÖVP-Kandidaten.

Mitterlehner wollte auf derlei Spekulationen in der „ZiB 2“ nicht eingehen: „Wir haben laute gute und ausgezeichnete Kandidaten. Es versteht sich aber von selber, dass ich zuerst mit meinen Kolleginnen und Kollegen im Parteivorstand die Angelegenheit erörtere.“

Absage wegen „Lebensplanung“

Die Absage Prölls nahm Mitterlehner mit Bedauern zur Kenntnis: „Ich kann ihnen bestätigen, dass ich Erwin Pröll für einen sehr guten und geeigneten Kandidaten halten würde. Ich habe ihn auch gefragt, schon vor einiger Zeit. Er hat mir dann einige Tage vor Weihnachten mitgeteilt, dass er (...) bei seiner Lebensplanung bleibt - und damit als Kandidat für die Bundespräsidentenwahl nicht zur Verfügung steht. Ich respektiere diese Entscheidung - mit Bedauern -, aber nehme sie zur Kenntnis.“

Als Grund für seine Absage habe Pröll ihm gegenüber seine Verantwortung für das Land Niederösterreich genannt: „Soweit er mir das gesagt hat, ist ihm Niederösterreich natürlich ein großes Anliegen. Deswegen, weil er gewählt ist, weil die Periode noch nicht vorbei ist, und er eine strukturierte und wohlvorbereitete Vorgangsweise, was die Zukunft anbelangt, haben möchte.“ (APA)