Fiat Cinquecento: Die Evolution einer Revolution
Wie behutsam man vorgehen kann und muss, wenn man einen Mythos auf Vordermann bringt, zeigt die Erneuerung von Fiats Kult-Italiener: dem Cinquecento.
Von Lukas Letzner
Innsbruck — Fiat hat im Vorjahr, acht Jahre nach der Präsentation der aktuellen Baureihe, sein Meisterstück neu aufgelegt. Genau! Den Cinquecento. Da die Gefahr recht groß ist, dass eingefleischte 500erter-Fans bei dieser Nachricht vom Stuhl kippen, haben wir den Neuen umgehend zum Test geladen. Das Wichtigste vorweg: Man erkennt die Veränderung nur dann, wenn man wirklich sehr genau hinsieht. Warum? Der Fiat 500 hat sich in den letzten acht Jahren weltweit über 1,5 Millionen Mal verkauft und die Herzen seiner Fans im Sturm erobert. Da das Konzept offensichtlich immer noch funktioniert, setzte man lieber auf Evolution anstatt auf Revolution.
Den Neuen erkennt man in erster Linie an den neu gezeichneten Scheinwerfern. Sie sind jetzt oval und verleihen dem Kult-Italiener einen dynamischeren Blick als bisher. Die schräg darunter angeordneten Zusatzscheinwerfer beherbergen die LED-Tagfahrleuchten, deren Grafik an das Design der null im „500"-Schriftzug angelehnt ist. Eine zusätzliche Chromspange im dreidimensional ausgeführten Kühlergrill betont diesen zusätzlich. Neu gestaltet wurden auch die Rückleuchten des flotten Italieners. Der eigentliche Lampenkörper ist als innen offenes Trapez aufgebaut, wobei in der Mitte die Wagenfarbe (in unserem Fall Opera Bordeaux) durchblitzt. Die Form nimmt die Linie des von Dach zu Stoßfänger breiter werdenden Fahrzeughecks auf und unterstreicht somit die prägnante Präsenz des Fiat 500. Abgerundet wird der Auftritt von schicken Flirt-Faktoren im 15-Zoll-Format.
Im Innenraum unseres 500 Pop fühlt man sich immer noch wie in einem italienischen Schuhgeschäft. Glänzende Flächen und poppige Grafiken, wohin das Auge fällt. Da braucht es sogar einen Moment länger, bis einem das neue Multimediasystem mit 5-Zoll-Touchscreen ins Auge sticht. Dank ihm lässt sich der 500 mit allem Möglichen verkoppeln, die Bedienung des Systems ist äußerst intuitiv und auch ohne das vorherige Studium der Bedienungsanleitung möglich. Nettes Detail am Rande: Der Neue hat jetzt sogar ein Handschuhfach!
Nach dem Dreh des Zündschlüssels erleben wir dann die nächste Überraschung. Statt der bisherigen Rundinstrumente war bei unserem Italo-Floh nämlich ein 7-Zoll-TFT-Display dafür verantwortlich, den Fahrer über Geschwindigkeit, Drehzahl, Außentemperatur und alle anderen wichtigen Daten zu informieren.
In Schwung gebracht wurde unser Fiat 500 Pop von einem alten Bekannten, der aber Dank einiger Modifikationen auf Euro-6-Norm getrimmt wurde: der 1,2-Liter-Vierzylinder-Benziner. Das Aggregat leistet 69 PS und schickt maximal 102 Nm an die vorderen Räder. Das hört sich nach nicht gerade viel an, das geringe Gewicht (865 Kilo) des Stadt-Flohs relativiert das allerdings sehr schnell. Zwar wird man im 500 nicht zum Raser, den Standardsprint schafft man aber unter 13 Sekunden — und in Kombination mit der knackigen 5-Gang-Handschaltung lässt sich der kleine Italiener immer noch zackig ums Eck bewegen. Unser Fazit: Evolution gelungen!
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