Pressestimmen zur Politik Chinas nach dem neuen Atomtest Nordkoreas
Pjöngjang (APA/dpa) - Zur Politik Chinas nach dem neuen Atomtest Nordkoreas heißt es am Freitag in Zeitungen:...
Pjöngjang (APA/dpa) - Zur Politik Chinas nach dem neuen Atomtest Nordkoreas heißt es am Freitag in Zeitungen:
„De Telegraaf“ (Amsterdam):
„Peking hat ein gutes Argument, um seine Taktik zu verteidigen: Mit zusätzlichen Sanktionen würde man die bettelarme Bevölkerung treffen und nicht die Männer an den Schalthebeln. Einen Tag nach dem Atomtest passierten etliche Lastwagen mit Waren die Grenze von China nach Nordkorea als wäre nichts geschehen. (Chinas Präsident) Xi Jinping will (Nordkoreas Machthaber) Kim Jong Un nicht zu groß werden lassen, aber er weiß auch, dass ein Aussetzen des Handels nicht nur schlecht für Nordkorea wäre, sondern auch für sein eigenes Land. Wenn in der stalinistischen Diktatur Chaos ausbricht, kann das zu gewaltigen Flüchtlingsströmen führen und daran hat Peking kein Interesse. (...) US-Diplomaten weisen darauf hin, dass China für die Zügelung der hemmungslosen nuklearen Ambitionen Nordkoreas sorgen müsste. China ist der einzige Freund, den das Land hat. Da liegt die Lösung. Nichtstun ist keine Option, denn Experten gehen davon aus, dass das nordkoreanische Regime über ungefähr 20 Kernsprengköpfe verfügt und es werden immer mehr.“
„Guardian“ (London):
„Chinas Fähigkeit, Nordkorea zu zügeln, ist möglicherweise beschränkt. Und die Gründe für diese jüngste Provokation von (Nordkoreas Machthaber) Kim Jong Un bleiben völlig unklar. Die Atombombe wurde 50 Meilen (80,4 Kilometer) von der chinesischen Grenze entfernt gezündet?. Nach Monaten chinesischer Bemühungen, die Gespräche mit Nordkorea wieder zu beleben, ist dies ein deutliche Abfuhr. China ist besorgt, dass Südkorea und Japan jetzt ihre Verteidigungsvereinbarungen mit den USA stärken könnten. Wie unsicher der Einflussfaktor Chinas auch sein mag, so kann nur Peking Nordkorea unter Druck setzen. Um eine Eskalation der Bedrohung zu verhindern, ist eine starke Demonstration chinesischer Entschlossenheit dringend nötig, im Rahmen der UN und durch wirtschaftliche Maßnahmen.“
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