Standort Tirol

Euregio Inntal will Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integrieren

In Österreich haben nur Menschen mit positivem Asylbescheid uneingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt.
© iStock/Heiko Kueverling

Die Inntal Euregio arbeitet in der aktuellen Flüchtlingsdebatte aktiv an Lösungen mit. Ein Gipfel am 21. Jänner will aufzeigen, wo Bedarf an Arbeitskräften besteht.

Von Alexandra Plank

Kufstein –Die Diskussion über Obergrenzen für Flüchtlinge und die Einführung von Grenzkontrollen prägen derzeit die Beziehungen zwischen Tirol und Bayern. Die Landesteile bilden die Inntal Euregio. „Politische Entscheidungen können wir zwar nicht beeinflussen, aber wir können dafür sorgen, dass die Kooperation zwischen den Institutionen in der herausfordernden Flüchtlingsthematik besser funktioniert“, erklärt Euregio-Vizepräsident Walter J. Mayr.

Schon bisher haben die Regionen in Sachen Arbeitsmarktpolitik kooperiert. Die Regionen stehen laut EU-Arbeitslosenstatistik (Mai 2014) gut da. Oberbayern hat 3,3 Prozent Arbeitslose, Tirol 7,6 Prozent. In Gesprächen mit dem AMS Kufstein wurde nun die Idee geboren, eine Info-Veranstaltung zu Asyl und Arbeit durchzuführen. „Es gibt in der Bevölkerung viele Vorurteile hinsichtlich Asylwerbern. Manche Menschen glauben, die kommen zu uns, dürfen gleich arbeiten und nehmen unseren Leuten den Job weg“, so Euregio-Geschäftsführerin Esther Jennings.

In Tirol und Bayern gibt es bei der Beschäftigung von Asylwerbern unterschiedliche Bestimmungen. Beim Arbeitsgipfel, der öffentlich zugänglich ist, werden Behördenvertreter die jeweilige Ausgangslage erörtern und Möglichkeiten einer intensiveren Zusammenarbeit diskutieren.

„Bei den Lehrstellen gibt es viele Berufe, die Nachwuchsprobleme haben. Hier wollen sich das AMS Kufstein und die Agentur für Arbeit abstimmen“, so Jennings.

In Österreich ist das Arbeitsmarktservice erst zuständig, wenn die Flüchtlinge über einen positiven Asylbescheid verfügen, erklärt Hansjörg Steinlechner, Leiter des AMS Kufstein. Für die Asylwerber seien so viele Stellen zuständig, dass eine Vernetzung dringend geboten sei. „Aus unserer Sicht muss dem Erlernen der deutschen Sprache die oberste Priorität eingeräumt werden. Sobald die Menschen bei uns sind, muss mit den Kursen begonnen werden.“ Die Erfahrung zeige, dass es unter den Syrern viele gut Ausgebildete gibt. Bei Menschen aus Afghanistan habe man es indes oft mit Analphabeten zu tun.

Der Gipfel findet am 21. Jänner ab 9 Uhr im AMS Kufstein statt. Infos und Anmeldung unter: www. euregio-inntal.com.