Pressestimmen zu Kurseinbrüchen in China
Zürich (APA/dpa/AFP) - Internationale Pressestimmen zu den Kurseinbrüchen an den chinesischen Aktienmärkten:...
Zürich (APA/dpa/AFP) - Internationale Pressestimmen zu den Kurseinbrüchen an den chinesischen Aktienmärkten:
Die „Neue Zürcher Zeitung“:
„In China bewirkt eine ungeschickte Regulierung, mit der die Politik größere Kurseinbrüche verhindern wollte, genau das Gegenteil. Zahlreiche staatliche Interventionen verhindern Korrekturen kurzfristig, die dann später umso stärker ausfallen. Und im Westen haben die expansiven geldpolitischen Interventionen die Vermögenswerte aufgebläht. Rationale Anleger wissen, dass dies irgendwann zu Korrekturen führen muss. Die Frage ist nur, wann. Entsprechend groß ist die Nervosität. Manchmal kann in so einer Situation der sprichwörtliche Flügelschlag des Schmetterlings Großes auslösen. Chinas Börse ist ein Schmetterling.“
Der „Tagesanzeiger“ (Zürich):
„Ein Absturz der chinesischen Wirtschaft würde vor allem asiatische Länder treffen, die stark vom Handel mit dem Riesenreich abhängen. Auch die Rohstoffpreise würden noch stärker einbrechen, was viele weitere Schwellenländer bedrohen würde. Die Bedeutung von China ergibt sich aber auch durch die fragile Lage der übrigen Weltwirtschaft. Viele Schwellenländer befinden sich bereits in einer Rezession, Europas Lage bleibt angespannt, und selbst die USA zeigen Schwäche. Bei dieser Ausgangslage braucht es wenig, um Ängste auszulösen, die Börsenkurse zum Rutschen zu bringen. Eine Prognose für eine Katastrophe lässt sich daraus dennoch nicht ableiten.“
„La Vanguardia“ (Barcelona):
„Sollten sich die Ängste an den Börsen bestätigen, werden sich die Auswirkungen der fortschreitenden Abbremsung des asiatischen Giganten, der 17 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet auf die Wirtschaft des Planeten an vielen Fronten intensivieren.
Zunächst werden die Preise für Erdöl und andere Rohstoffe aufgrund der sinkenden Nachfrage noch weiter in den Keller getrieben werden. Das wird die Situation der Produzenten- und der aufstrebenden Schwellenländer, von denen einige wie Russland oder Brasilien sich bereits in Rezession befinden, weiter verschlimmern. Auf der ganzen Welt wird die Armut wachsen.
Das wird allerdings auch die Industrieländer, allen voran die USA und die Europäische Union, treffen. Sie werden einen Rückgang der Exporte hinnehmen müssen. Ihre Volkswirtschaften werden weniger wachsen als vorgesehen. Das alles sagen die Börseneinbrüche voraus. Deutschland wird das am stärksten betroffene Land sein, weshalb dort die Börse stärker als anderswo in Europa nachgegeben hat. (...) Der asiatische Gigant ist das Problem der Stunde und macht jeden Tag mehr Angst.“
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