Mieterhöhung zwingt Volkshochschule in die Knie
Um die Miete für den Turnsaal Axams zu zahlen, greift die Volkshochschule tief in die Tasche. Lange geht sich das aber nicht mehr aus.
Von Denise Daum
Axams –Schmerzprävention für Wirbelsäule und Gelenke, Beckenbodentraining oder ein Fitnesskurs. Das und vieles mehr bietet die Volkshochschule (VHS) Axams-Birgitz-Grinzens an. Die Bewegungskurse werden derzeit in den Turnsälen der Volksschule Grinzens bzw. in der Neuen Mittelschule Axams abgehalten, die Zukunft im kommenden Sommersemester ist aber ungewiss. Grund dafür sind die erheblich erhöhten Turnsaalmieten in Axams. Vor rund zwei Jahren entschied der Schulverband Westliches Mittelgebirge, der VHS pro Stunde für den Turnsaal 50 Euro zu berechnen, für den Gymnastikraum 30 Euro. Ursprünglich lag der Satz bei 50 Cent pro Stunde und Teilnehmer.
„Die VHS hat deshalb die Bewegungskurse eingeschränkt und finanziert die hohen Mietkosten für die verbleibenden Kurse durch Eigenmittel, die jedoch damit erschöpft sind“, erklärt Ronald Zecha von der VHS Tirol. „Zur Finanzierung der Miete hätten wir die Kurspreise verdoppeln müssen – das wäre für die Mehrheit der Teilnehmenden nicht tragbar.“
Der Axamer Bürgermeister Rudolf Nagl kann die Kritik an der Turnsaalmiete nicht nachvollziehen: „Wir haben die Tarife 30 Jahre lang nicht erhöht und decken auch mit dem aktuellen Mietpreis nicht einmal die Betriebskosten.“ Die Gemeinden seien finanziell ohnehin enorm gefordert, um Infrastruktur zu erhalten und ihren Pflichten nachzukommen.
Die Volkshochschule bemüht sich nun, im Rahmen eines „Gesundheitspräventionsprojekts“ den Schulraum zukünftig kostenlos benützen zu dürfen bzw. sollen allfällige Mieten durch entsprechende Subvention refundiert werden. „Die Bewegungskurse sollen sich auf besonders gesundheitsrelevante Inhalte konzentrieren“, erläutert Zecha. Die Mitglieder des Schulverbandes hätten bereits positive Signale gesendet. Geht es nach der Volkshochschule, soll das Projekt nach den Gemeinderatswahlen umgesetzt werden. Das wird dann mit dem neuen Bürgermeister auszuverhandeln sein. Rudolf Nagl tritt bekanntlich nicht mehr an.
Die bisherigen Leiter der VHS Axams-Birgitz-Grinzens haben im Übrigen ihre Tätigkeit nach fast zwei Jahrzehnten zum Jahreswechsel zurückgelegt. Dass dies mit den Schwierigkeiten rund um die Turnsaalmiete zu tun hat, wollten sie auf Nachfrage der TT weder dementieren noch bestätigen.
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