Prozess gegen früheren Auschwitz-Wachmann ab 11. Februar in Detmold
Detmold (APA/dpa) - In Deutschland beginnt am 11. Februar ein weiterer Prozess gegen einen früheren SS-Wachmann im Vernichtungslager Auschwi...
Detmold (APA/dpa) - In Deutschland beginnt am 11. Februar ein weiterer Prozess gegen einen früheren SS-Wachmann im Vernichtungslager Auschwitz. Diesen Termin hat das Landgericht Detmold (Nordrhein-Westfalen) nun festgelegt.
Dem 94 Jahre alten Angeklagten aus Lippe wirft die Staatsanwaltschaft Beihilfe zum Mord in mindestens 170.000 Fällen vor. Das Gericht hat zunächst zwölf Verhandlungstage bis in den Mai hinein festgelegt, wie eine Sprecherin am Freitag mitteilte. Nach Einschätzung eines medizinischen Gutachters kann der Mann an den Verhandlungen zwei Stunden pro Tag teilnehmen.
Die nordrhein-westfälische Zentralstelle für NS-Verbrechen bei der Staatsanwaltschaft Dortmund wirft dem Pensionisten vor, zwischen 1943 und 1944 am Massenmord in Auschwitz beteiligt gewesen zu sein. Dort soll er unter anderem als Angehöriger des SS-Totenkopfsturmbanns Auschwitz für die Bewachung des Stammlagers zuständig gewesen sein. Auch ankommende Transporte soll er bewacht haben. Das Lagersystem mit so vielen Toten habe nur funktionieren können, weil die Opfer durch Gehilfen wie ihn bewacht wurden.
Im vergangenen Juli hatte das Landgericht Lüneburg (Niedersachsen) den 94-jährigen Ex-SS-Mann Oskar Gröning wegen Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen in Auschwitz zu vier Jahren Haft verurteilt. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat noch über die Revision zu entscheiden.
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