Konflikte

Iran übt sich in Deeskalation: Protestdemos gegen Saudis fallen aus

Bei den Freitagsgebeten im Iran wurde Saudi-Arabien heftig kritisiert.
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In den Predigten der Freitagsgebete wurden die Saudis heftig kritisiert. Präsident Rohani signalisiert aber trotzdem Gesprächsbereitschaft.

Teheran - Die angekündigten landesweiten Demonstrationen im Iran gegen Saudi-Arabien wegen der Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr sind am Freitag ausgefallen. Dies wurde als Zeichen interpretiert, dass die iranische Führung keine weitere Eskalation der Krise mit dem Königreich möchte. Die Kundgebungen sollten nach den Freitagsgebeten stattfinden.

„Verbrechen von Saudis finanziert“

In den Predigten wurde Saudi-Arabien jedoch heftig kritisiert. In Teheran stellte der Prediger Ajatollah Emami Kaschani die Saudis sogar auf eine Stufe mit den USA und Israel, den beiden Erzfeinden des Irans. „Die Verbrechen in der islamischen Welt werden von den USA und den Zionisten (Israel) geplant und von den Saudis finanziert“, sagte er.

Daher werde der Fluch aller Muslime diese drei Regierungen treffen, sagte Kaschani, der auch Mitglied des einflussreichen Expertenrats ist. Die Menschenmenge in der Chomeini Mosallah Moschee erwiderte mit „Tod der saudischen Königsfamilie“.

Rohani könnte kalten Krieg befürchten

Präsident Hassan Rohani kritisiert die saudische Politik, signalisiert aber gleichzeitig Gesprächsbereitschaft. Nach Meinung von Beobachterin befürchtet Rohani einen kalten Krieg zwischen der sunnitischen Welt und dem schiitischen Iran, nachdem Riad und andere sunnitisch regierte Staaten ihre diplomatischen Beziehungen zum schiitischen Iran abgebrochen haben.

Am Donnerstag hatte der Iran noch seine ersten Angaben zu einem angeblichen Raketenangriff saudi-arabischer Kampfflugzeuge auf die iranische Botschaft im Jemen revidiert. Nach den Worten von Vizeaußenminister Hussein Amirabdullahian schlug bei einem Luftangriff in der Nacht zum Donnerstag auf die Hauptstadt Sanaa auch eine Rakete „in der Nähe der iranischen Botschaft“ ein. Das Außenministerium in Teheran hatte zunächst von einem „bewussten und vorsätzlichen Angriff Saudi-Arabiens“ auf seine Botschaftgesprochen und diesen scharf verurteilt.(dpa)