Tiroler Schrebergartenleiche: Mordanklage rechtskräftig

Innsbruck (APA) - Im Fall eines im Vorjahr in seinem Schrebergarten getöteten 59-jährigen Innsbruckers ist die Mordanklage gegen den 44-jähr...

Innsbruck (APA) - Im Fall eines im Vorjahr in seinem Schrebergarten getöteten 59-jährigen Innsbruckers ist die Mordanklage gegen den 44-jährigen Beschuldigten nunmehr rechtskräftig. Dieser habe während der entsprechenden Frist keinen Einspruch erhoben, sagte ein Sprecher der Innsbrucker Staatsanwaltschaft der APA am Freitag. Ein Prozesstermin stand vorerst noch nicht fest.

Die Staatsanwaltschaft hatte im Dezember Anklage gegen den Mann erhoben. Die Anklagebehörde wirft dem Beschuldigten vor, sein Opfer vorsätzlich getötet zu haben, indem er ihm mehrfach einen Stein auf den Kopf geschlagen habe. Dabei habe sich der gebürtige Deutsche mit italienischer Staatsbürgerschaft zwar in einem mittelmäßigen Rauschzustand befunden, sei aber zurechnungsfähig gewesen.

Der 44-Jährige gab laut Staatsanwaltschaft an, den Innsbrucker wegen eines „sexuellen Annäherungsversuches“ erschlagen zu haben. Im Mai vorigen Jahres hatte der Mann vor der Haftrichterin ein Geständnis abgelegt, jedoch die Tötungsabsicht bestritten.

Nach der Tat soll der Beschuldigte laut Staatsanwaltschaft noch in die Wohnung seines Opfers gefahren sein, um die Katze zu füttern. Den Hund des 59-Jährigen soll er zunächst mitgenommen, ihn dann aber in Kufstein auf seiner Flucht nach Bayern ausgesetzt haben.

Das 59-jährige Opfer war Ende März 2015 von seinem Sohn als vermisst gemeldet worden. Zunächst galt der 44-Jährige noch als Zeuge. Später fahndeten die Ermittler mit einem Europäischen Haftbefehl nach ihm. Der gebürtige Deutsche hatte nämlich in der Schrebergartenhütte des Innsbrucker gewohnt und war laut Ermittlungen der letzte, der den 59-Jährigen lebend gesehen haben dürfte.

Nach der Leiche des 59-Jährigen war zunächst mehrere Wochen gesucht worden, ehe sie ein Kameramann zufällig bei Dreharbeiten in dem Schrebergarten entdeckte. Eine Woche später, am 23. April, wurde der 44-Jährige schließlich in der Nähe einer Pension in München-Ramersdorf festgenommen, wo er untergetaucht war.