Silvesterattacken - De Maiziere warnte vor „Schweigespirale“

Berlin (APA/Reuters) - Der deutsche Bundesinnenminister Thomas de Maiziere warnt nach der gewalttätigen Silvesternacht in Köln vor einer Sel...

Berlin (APA/Reuters) - Der deutsche Bundesinnenminister Thomas de Maiziere warnt nach der gewalttätigen Silvesternacht in Köln vor einer Selbstzensur der Polizei bei Angriffen durch Migranten. „Ein Generalverdacht ist genauso wenig der richtige Weg wie das Tabuisieren der Herkunft von Kriminalität“, sagte der CDU-Politiker der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstagausgabe) laut Vorabbericht.

„Es darf keine Schweigespirale geben, schon gar nicht darf sie von der Polizei ausgehen.“ Wenn Täter einen Migrations- oder Flüchtlingshintergrund hätten, dürfe das nicht verschwiegen werden.

In der Silvesternacht war es zu massenhaften sexuellen Übergriffen auf Frauen am Kölner Dom gekommen, die von der Polizei nicht verhindert wurden. Nach Angaben der Frauen wurden sie von Männern angegriffen, die dem Anschein nach aus arabischen und nordafrikanischen Ländern stammen. Auch nach internen Polizeiberichten sollen sich Migranten aus diesen Regionen zusammengeschlossen haben.

In der Nennung der Herkunft von Verdächtigen sehen manche Kritiker rassistische Haltungen. De Maiziere warnte dagegen, das Verschweigen der Herkunft fördere rechtsradikale und ausländerfeindliche Strömungen: „Das wäre im Ergebnis nur Wasser auf die Mühlen all derjenigen, die Politik und Medien bewusste Verzerrung vorwerfen.“ Viele Anhänger der rechtspopulistischen AfD bezeichnen die Medien pauschal als „Lügenpresse“.