Österreich

Kurz betont bei Truppenbesuch im Libanon wichtige Stabilität

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177 österreichische UNIFIL-Soldaten im Libanon bekamen gestern Besuch von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP).

Beirut, Wien –Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) hat gestern den österreichischen Blauhelm-Soldaten in Naqoura im Südlibanon einen Besuch abgestattet und ihren Einsatz gewürdigt. „Das ist ein herausfordernder Einsatz, auch durchaus ein nicht ungefährlicher Einsatz, der hier geleistet wird“, sagte er bei einer Pressekonferenz.

Derzeit nehmen 177 Bundesheer-Soldaten an der UNIFIL-Mission teil. Davon profitiere auch Österreich: „Einerseits, weil es uns ein internationales Standing gibt und auch international wertgeschätzt wird, dass Österreich sich hier und auch bei anderen friedenserhaltenden Einsätzen beteiligt.“ Andererseits habe aber nicht zuletzt die Flüchtlingskrise gezeigt, „dass wir keine Insel der Seligen sind. Österreich ist nicht entkoppelt vom Weltgeschehen, sondern alles, was auf der Welt geschieht, wirkt sich auch – indirekt zumindest – auf uns aus“, sagte Kurz.

Stabilität in dieser Region, „die ja ohnehin eine krisengeschüttelte ist“, sei etwas ganz Wesentliches, unterstrich der Außenminister. Und UNIFIL (United Nations Interim Force in Lebanon) leiste definitiv einen Beitrag „für ein Stück mehr Stabilität in der Region“.

Der Libanon sei ein Land, das im Vergleich zu anderen in der Region nach wie vor „sehr stabil und sehr gut aufgestellt“ sei und in dem das Zusammenleben der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen friedlich funktioniere. „Aber es ist gleichzeitig ein Land, wo, wenn das nicht so wäre, sofort sehr viele Player involviert wären und auch hier Interessen hätten“, sagte Kurz.

Auf eine Frage zum Abzug der österreichischen UNO-Soldaten der Mission UNDOF (United Nations Disengagement Observer Force) von den 1967 von Israel eroberten und später annektierten syrischen Golanhöhen meinte Kurz, was „sicherlich verbesserungsfähig gewesen wäre, wäre die Art und Weise der Kommunikation gewesen und sicherlich auch wie dieser Abzug stattgefunden hat“. Österreich hatte unter internationaler Kritik seine Blauhelme 2013 vor der Nationalratswahl nach langen Jahren vom Golan abgezogen.

Nichtsdestotrotz habe er in seiner bisherigen Amtszeit als Außenminister den Eindruck gewonnen, „dass unser Ansehen, insbesondere was die Beteiligung an friedenserhaltenden Maßnahmen betrifft, ein sehr, sehr großes ist“. Die derzeit rund 1000 österreichischen Soldaten im Auslands­einsatz seien „eine sehr ordentliche Zahl für ein Land mit acht Millionen Einwohnern, auf die wir stolz sein können“, sagte der Außenminister.

Kurz war zuvor mit einer Ehrengarde empfangen worden und hatte ein Gespräch mit UNIFIL Force Commander Luciano Portolano geführt. Danach besichtigte er das Camp. (APA)