Scala: Carsen ersetzt Vick als Regisseur von „Fanciulla del West“
Rom (APA) - Der kanadische Opernregisseur Robert Carsen ist von Scala-Intendant Alexander Pereira mit der Regie der im Mai geplanten Produkt...
Rom (APA) - Der kanadische Opernregisseur Robert Carsen ist von Scala-Intendant Alexander Pereira mit der Regie der im Mai geplanten Produktion von Giacomo Puccinis „La fanciulla del West“ beauftragt worden. Der 61-jährige Carsen ersetzt den britischen Regisseur Graham Vick, mit dem Musikdirektor Riccardo Chailly in Konflikt geraten ist.
Vick, weltweit bekannt für seine radikalen und oft auch umstrittenen Inszenierungen, wollte die Puccini-Oper in einer Schwulenbar inszenieren, was den heftigen Protest Chaillys ausgelöst hatte, berichtete die Tageszeitung „La Stampa“ am Samstag. Pereira habe daraufhin den Engländer mit Carsen ersetzt.
„Als er mich kontaktiert hat, wusste Pereira nicht, dass ich ‚La Fanciulla del West‘ bereits in Antwerpen inszeniert hatte. Und das ist ein Glück, ansonsten hätte ich nicht genug Zeit gehabt, mich darauf vorzubereiten“, sagte Carsen. Oper sei eine internationale Sprache. Was sich ändere, sei wie sie vom Publikum aufgenommen werde. „Nehmen wir ‚Dialogues des Carmelites‘ von Francis Poulenc. Bei der Inszenierung in katholischen Ländern wie Österreich oder Italien habe ich begriffen, dass die Geschichte der Ordensschwestern, denen das Märtyrertum bevorsteht, das Publikum tiefer berührte, als anderswo“, meinte Carsen.
Schwierigkeiten mit Regisseuren sind für Pereira zuletzt keine Neuigkeiten. Nach der Scala-Premiere mit Giuseppe Verdis „Giovanna d Arco“ am 7. Dezember war es zu Spannungen zwischen dem Musikdirektor der Scala, Riccardo Chailly, und dem Regieduo Moshe Leiser und Patrice Caurier gekommen. Leiser hatte Chailly nach wochenlangen Divergenzen beschimpft. Der Musikdirektor hatte laut italienischen Medien sich gegen sexuell explizite Szenen hartnäckig gewehrt, auf die das Regieduo gepocht hatte.
Kommentare