Separatisten in Katalonien 2 - Neuwahlen offenbar abgewendet

Madrid/Barcelona (APA/AFP/dpa) - Der konservative Mas mit seiner Listenverbindung Junts pel Si (Gemeinsam für das Ja) und die CUP gehören zu...

Madrid/Barcelona (APA/AFP/dpa) - Der konservative Mas mit seiner Listenverbindung Junts pel Si (Gemeinsam für das Ja) und die CUP gehören zum Lager der katalanischen Unabhängigkeitsbefürworter. Sie stellen seit der Regionalwahl im September die Mehrheit im Parlament. Der seit 2010 amtierende Mas war seitdem aber mehrfach mit dem Versuch gescheitert, sich im Amt bestätigen zu lassen.

Die nötige Mehrheit kam nie zustande, auch weil die kleine linksradikale Partei CUP den Sparkurs von Mas ablehnte. Die CUP hatte Mas Anfang Jänner die Unterstützung verweigert und den Chef der Allianz Junts pel Si aufgefordert, zugunsten eines anderen Kandidaten auf das Amt zu verzichten. Mas hatte dies vorerst abgelehnt. „Ich will unseren Gegnern in Madrid und hier weiter die Stirn bieten“, sagte der Separatist noch vor Kurzem bei einem Parteitreffen vor Journalisten.

Mas, der wie die CUP die Trennung Kataloniens von Spanien befürwortet, hatte mit seiner Allianz bei der Regionalwahl am 27. September zwar die meisten Sitze im Parlament gewonnen, die absolute Mehrheit aber verpasst. Zum Weiterregieren ist der 59-Jährige daher auf die Unterstützung der Linksradikalen angewiesen.

Die antikapitalistische CUP (Kandidatur für Volkseinheit) ist für eine Abspaltung der Region, hatte ihren Anhängern im Wahlkampf allerdings versprochen, nicht für eine Wiederwahl von Mas zu stimmen. Die Frist zur Bildung einer Regierung läuft am Sonntag ab. Wäre bis dahin kein Ministerpräsident gewählt worden, hätte es Neuwahlen geben müssen.