Konflikte

Arabische Koalition bestreitet Einsatz von Streubomben im Jemen

Unterstützer der Houthi demonstrieren in Jemens Hauptstadt Sanaa gegen die Luftschläge der Militärkoalition.
© Reuters

Laut einem Sprecher der Koalition existiere die Munition nicht im Arsenal der beteiligten Armeen.

Sanaa - Die arabische Militärkoalition, die seit Ende März Luftangriffe auf die Houthi-Rebellen im Jemen fliegt, hat den Einsatz von Streubomben dementiert. Der Koalitionssprecher Brigadegeneral Ahmed al-Assiri sagte am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP, das Bündnis „bestreitet den Einsatz von Streubomben in Sanaa“.

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon hatte am Freitag gewarnt, sollten sich die Berichte bestätigen, könnte dies als Kriegsverbrechen gewertet werden. Er habe „beunruhigende“ Informationen über einen Angriff mit Streubomben auf die Hauptstadt Sanaa am Mittwoch erhalten, erklärte Ban. Der Einsatz solcher Waffen in dicht besiedelten Gegenden könne aufgrund seines „willkürlichen Charakters“ als Kriegsverbrechen gewertet werden. Ban bezog sich dabei auf einen Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW), die sich auf Augenzeugen des Luftangriffs am Mittwoch berief.

Al-Assiri sagte dazu nun, die Organisation habe keine Beweise vorgelegt. Die erwähnte Munition „existiert nicht in unseren Beständen“. 90 Prozent der Angriffe in Sanaa richteten sich gegen Raketenabschussrampen, doch seien dafür Streubomben nicht von Nutzen, sagte der Sprecher. Streubomben sind laut einer internationalen Konvention von 2008 geächtet. Weder Saudi-Arabien noch die USA unterzeichneten jedoch die Konvention.

Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition fliegt seit Ende März Luftangriffe im Jemen, um die schiitischen Houthi-Rebellen und ihre Verbündeten in der Armee zurückzudrängen, die seit Jänner die Hauptstadt Sanaa und weite Landesteile eroberten. Der Einsatz soll Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi erlauben, an die Macht zurückzukehren. Im Sommer entsandte die Koalition auch Bodentruppen, doch ist Sanaa weiter unter Kontrolle der Rebellen.

Jemens Außenminister Abdel Malak al-Mekhlafi kündigte unterdessen an, dass die für kommenden Donnerstag geplanten Friedensgespräche mit den Houthi-Rebellen verschoben würden. Da die Houthis den Termin des 14. Jänner abgelehnt hätten, würden sie auf den 20. oder 23. Jänner verschoben, sagte al-Mekhlafi. Der UNO-Sondergesandte Ismail Ould Cheikh Ahmed werde am Sonntag nach Sanaa reisen, um die Houthis von einer Teilnahme zu überzeugen. (APA/AFP)