Ohne Damenbinden und Reisepass: Alles sauber bei den Adlern
Mit Damenbinden oder dem Reisepass soll so mancher Skispringer seinen Schritt verlängert haben. FIS-Kontrolleur Sepp Gratzer erteilt den Gerüchten eine Absage.
Von Benjamin Kiechl
Innsbruck – Die Gerüchteküche war wild am Brodeln. Mit einem Reisepass oder mit Damenbinden hätte so mancher Skispringer seinen Schritt „aufgebessert“, um bei der Anzugkontrolle durch die FIS bessere Werte zu erzielen. Das Reglement sagt: Die Sprunganzüge müssen eng anliegend sein, aus Sicherheitsgründen werden im Schritt zusätzlich drei Zentimeter zugebilligt. Weil die Skiflug-WM am Kulm unaufhaltsam näher rückt und die Diskussionen über Tricksereien nicht abebben wollten, griff FIS-Materialkontrolleur Sepp Gratzer gestern durch. Der Kärntner ließ jeden Springer im selben Unterhosenmodell aufstellen und nahm nochmal Maß.
„An den ganzen Gerüchten ist nichts dran“, sagte Gratzer auf TT-Nachfrage. „99 Prozent der Athleten hatten die gleichen Werte wie vorhin. Alle Spekulationen waren Blödsinn.“ Weil auch die Nationaltrainer bei der Messung dabei waren, hofft Gratzer, dass bei den Weitenjägern Ruhe einkehrt: „Die Skiflug-WM kann kommen, alles ist sauber!“ Und fast ein wenig mürrisch schloss Gratzer: „Wer auch immer diese Gerüchte in die Welt gesetzt hat, sollte endlich damit aufhören.“
Ein anderer FIS-Funktionär zog gestern die Reißleine: Renndirektor Walter Hofer beendete das Weltcup-Teamspringen in Willingen (GER) wegen zu starken Winds nach dem ersten Durchgang. Österreichs Adler (Kraft, Poppinger, Fettner, Hayböck) belegten wie im ersten Saisonbewerb Platz drei. Der Sieg ging an Deutschland mit dem überragenden Severin Freund, der auf 149 Meter flog. Rang zwei ging just an jene Nation, um die sich die meisten Anzugsgerüchte rankten: Norwegen.
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