Deutscher Handel mit „unfreien Staaten“ floriert
Berlin (APA/AFP) - Die deutsche Wirtschaft macht große Profite im Handel mit „Unrechtsstaaten“. 2015 stieg das Exportvolumen in unfreie Länd...
Berlin (APA/AFP) - Die deutsche Wirtschaft macht große Profite im Handel mit „Unrechtsstaaten“. 2015 stieg das Exportvolumen in unfreie Länder auf schätzungsweise mehr als 140 Mrd. Euro, wie die „Welt am Sonntag“ berichtete; sie berief sich dabei auf eine Auswertung von Daten der Nichtregierungsorganisation „Freedom House“ und der deutschen Außenhandelsstatistik.
Das Handelsvolumen mit 51 nicht-freien Staaten hat sich demnach seit 1990 mehr als verzehnfacht.
Für den starken Anstieg in den vergangenen 25 Jahren ist vor allem der stetig wachsende Handel mit China verantwortlich. Etwa die Hälfte der deutschen Exporte in „unfreie Länder“ gehen der Auswertung zufolge in die Volksrepublik, der Nichtregierungsorganisationen eine massive Beschneidung der Bürgerrechte vorwerfen.
Nennenswerte Anteile entfallen auch auf Russland, die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien. Seit der Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen und weiteren 46 Menschen steht der Wüstenstaat ganz besonders stark in der Kritik.
Der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) lehnte ein Handelsboykott gegen Saudi-Arabien ab, sein Ministerium kündigte aber an, bei künftigen Entscheidungen über Rüstungsexporte die jüngsten Entwicklungen in die Prüfung mit einzubeziehen.
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