Osttirol feierte seine jungen Talente
Die Kiwanis zeichneten bei ihrem Neujahrsempfang vier besonders begabte Jungmusiker aus Osttirol und dem Mölltal aus. Auch die Matreier Jungbürger haben allerhand an Talenten zu bieten.
Von Christoph Blassnig
Lienz — Die Kiwanis in Lienz zeichnen bei ihrem Neujahrsempfang stets vier außergewöhnliche Musiktalente aus. Sie kommen von den Musikschulen Sillian, Lienz, Matrei und dem Mölltal. Heuer gingen die Preise an zwei Damen und zwei Herren.
Sabine Bachlechner wurde für ihre außergewöhnlichen Leistungen auf der Violine gewürdigt. Sie kommt aus Sillian und ist achtzehn Jahre alt. Die junge Dame wird im Frühjahr am BORG Lienz maturieren und möchte im Herbst in Klagenfurt ihre Ausbildung zur Volksschullehrerin beginnen. Ein großer Meilenstein neben Erfolgen bei Musikbewerben war 2011 die Einladung zum Jugendsinfonieorchester Bremen. „Schon mein Opa hat Geige gespielt und mein Vater Cello. Die Musik liegt also in der Familie", sagt Sabine stolz. Ohne tägliches Üben gehe es nicht, weiß die Violinistin.
An der Landesmusikschule Matrei-Iseltal beweist Mathias Mattersberger auf der Steirischen Harmonika sein Talent. Neben dem Mechatronik-Lehrgang und der Abendmatura findet Mathias auch noch Zeit, um mit seinen zwei Schwestern und dem Vater in einer Hausmusik zu spielen. „Für seinen musikalischen Ausdruck hat Mathias großes Jury-Lob erhalten", wusste sein Musikschulleiter Joe Mair zu berichten. Der Südtiroler Herbert Pixner sei das große Vorbild für den 1998 geborenen jungen Musiker, der vor neun Jahren mit dem Harmonikaspiel begonnen hat.
Elisabeth Mair hat in Matrei das Geigespielen erlernt und später bei Martin Brunner in Lienz die Viola für sich entdeckt. „Elisabeth sagt von sich selbst, sie sei für alles offen", verriet Musikschulleiter Hans Pircher. „Dabei ist sie ruhig und bedacht und geht niemals mit der Masse." In Streichensembles und -orchestern konnte die Neunzehnjährige viel Erfahrung sammeln, hat sich beruflich aber für ein Geschichtestudium in Innsbruck entschieden. Elisabeth spielt leidenschaftlich auswendig, Noten sind ihr eher lästig. Nicht „perfekt sein und Geld" seien wichtig, sondern die Freude an dem, was man macht.
An der Musikschule Mölltal wurde Mark Lassnig für den Förderpreis der Kiwanier ausgewählt. Neben seinem Klavierspiel hat Mark auch E-Bass, Gitarre und Schlagwerk erlernt. Heute lebt Mark in Wien und studiert Biologie — „weil er sagt, dass die Musik als Beruf schwierig ist", erklärte sein Schulleiter Richard Unterreiner. Alle Prüfungen hat Mark mit Auszeichnung bestanden und 2015 die Abschlussprüfung des Landes Kärnten mit bravouröser Leistung gemeistert. Neben einer Rhapsodie von Johannes Brahms präsentierte der Pianist seine Komposition „Move On" dem Publikum.
Förderlich für die Entwicklung der heranreifenden musikalischen Talente seien ihre Lehrer an den Instrumenten, befanden die vier Schulleiter einhellig. „Begleiten und unterstützen" sei wichtig, dazu „motivieren und inspirieren", meinte etwa Joe Mair.
Die Jungbürgerfeier in Matrei war zugleich auch eine Leistungsschau. Die Gemeinde feierte nicht nur mit allen Burschen und Mädchen der Jahrgänge 1995 bis 2000, sondern nutzte die Gelegenheit auch, besondere Talente vor den Vorhang zu holen. Mit Moderator Norbert Riepler saßen Matreier auf der Bühne, die teilweise über die Bezirksgrenzen hinaus bekannt sind. Lukas Resinger, der zweimal den Landeslehrlingswettbewerb gewonnen hat; die Motorsport-Nachwuchstalente Markus und Martin Ortner; die Jung-Bogenschützen Mario und Florian Niederegger; die Eishockeyspieler Tobias und Florian Unterweger und die mehrfache Landesmeisterin im Schwimmen, Maria Pretis.
Nicht persönlich, aber per Internet anwesend waren unter anderem Milchtechnologiemeister Matthias Wibmer, die mehrfache Judo-Meisterin Christina Raffler, Profifußballer Marco Köfler, Skiass Alexander Köll, Springreit-Staatsmeister Andreas Mühlstätter oder Opernsänger Andreas Mattersberger. An die 400 Gäste waren im Matreier Tauerncenter mit dabei, und eine durfte nicht fehlen: Sarah Köll alias Sara Koell, Teilnehmerin bei der Castingshow „The Voice of Germany". Sie ist ebenfalls in der Tauerngemeinde geboren und unterhielt gemeinsam mit ihrer Band die Gäste. Den Abschluss bildete der Auftritt des Osttiroler Sängers Norman Stolz.
Kommentare