Skifliegen: Neuper vor Kulm-WM: „Neuer Schanzenrekord ist möglich“
Wien (APA) - Hubert Neuper organisiert mit seinem Team von Donnerstag bis Sonntag (14. bis 17.1.) zum elften Mal eine Skiflug-Veranstaltung ...
Wien (APA) - Hubert Neuper organisiert mit seinem Team von Donnerstag bis Sonntag (14. bis 17.1.) zum elften Mal eine Skiflug-Veranstaltung auf dem Kulm und zum dritten Mal eine WM. Im Gespräch mit der APA äußerte sich der 55-Jährige aus Bad Mitterndorf über verbesserte Sicherheit für die Springer, mögliche Rekorde und schwierige Rahmenbedingungen für Großveranstaltungen.
Nach dem schon vor einem Jahr abgeschlossenen Ausbau des Kulm-Bakkens zu einer der drei größten Schanzen hat man im Vorfeld nochmals in Verbesserungen zur Sicherheit der Springer geschaffen. Neuper hält bei optimalen Bedingungen eine Verbesserung des Schanzenrekords von 237,5 m für möglich. Die Gesetzeslage (Anti-Korruptionsgesetz etc.) respektiert Neuper, plädiert aber für Ausnahmeregelungen.
APA: Sie organisieren mit Ihrem Team bereits zum elften Mal ein Skifliegen auf dem Kulm. Wie hat sich die Veranstaltung entwickelt?
Neuper: „Diese Veranstalter-Mannschaft hat 1996 das Skifliegen revolutioniert. Das Hauptaugenmerk liegt darauf, mit großer Begeisterung und qualitativ so hochwertig wie möglich zu arbeiten. Wir haben auch diesmal alles so umgesetzt, damit für Gäste und Athleten die Qualität angehoben wird.“
APA: Für die WM wurde der Kulm ausgebaut, nach der Generalprobe im Vorjahr gab es weitere Verbesserungen. Wie profitieren die Springer davon?
Neuper: „Wir haben als Sicherheitsmaßnahme den Vorbau angehoben, dadurch wird die Flugbahn für den Springer in der ersten Phase niedriger. Zudem haben wir eine Eisspur im Anlauf eingebaut, auch das bringt mehr Sicherheit.“
APA: Der Kulm ist jetzt so groß wie die Weltrekordschanzen in Planica und Vikersund. Sind Flüge in die Nähe der Bestmarke von 251,5 m möglich?
Neuper: „Am Kulm kann man bei optimalen Bedingungen bis 250 m weit fliegen. Das Ziel ist es, dass möglichst viele Springer in den Bereich zwischen 210 und 240 m kommen. Wenn jemand so einen Sprung hat wie Michael Hayböck oder Stefan Kraft im Vorjahr in Innsbruck, dann ist ein neuer Schanzenrekord (derzeit 237,5 m, Anm.) möglich. Aber da muss alles passen.“
APA: Welche Verbesserungen gab es für die Zuschauer?
Neuper: „Wir haben den Hauptzugang asphaltiert und im Zuschauerbereich den Untergrund besser befestigt. Die Position für die Fans wurde um einen Meter angehoben, damit haben sie auch bessere Sicht. Die Zuschauer werden vom Kulm viel positive Energie mitnehmen.“
APA: Wie viele Fans erwarten Sie bei der WM?
Neuper: „Wir haben schon jetzt 30.000 Karten abgesetzt, das deutet auf ein großes Volksfest hin. Wir profitieren auch von der Nähe zu Slowenien und Deutschland, Peter Prevc und Severin Freund locken viele Menschen an. Und sogar aus Norwegen kommen mehrere hundert Fans.“
APA: Welches Rahmenprogramm wird es geben?
Neuper: „Bei der Eröffnungsfeier werden Nadine Beiler und Markus Steiner den WM-Song „Let them fly“ singen. Conchita wird da ebenso auftreten wie am Samstag bei der Winner‘s Party in einer Burlesque-Show. An diesem Abend wird auch Baldur Preiml besonders geehrt.“
APA: Hat Ihre Kritik an den gesetzlichen Rahmenbedingungen - Stichwort Anti-Korruptionsgesetz - gefruchtet?
Neuper: „Wenn ich alleine dagegen auftrete, ist das so, wie wenn ich zum Salzamt gehe. Dabei hätte ich als Politiker ein gutes Argument: Wenn man Steuern zwischen 800 und 900 Millionen zahlt, dem Tourismus Millionen Kontakte in aller Welt bietet, dann könnte man für diese 10 bis 15 Flaggschiff-Events in Österreich eine Sonderregelung einführen und sagen, ihr zahlt keine Steuern.“
Frage: Wie schwierig ist es also, eine derartige Großveranstaltung zu finanzieren?
Neuper: „Das Anti-Korruptionsgesetz und die Bestimmungen für Anmeldung von Mitarbeitern und reduzierte Förderung der Vereine verteuert alles um mehrere 100.000 Euro. So füllen wir die Zelte jetzt auch mit Gegengeschäften. Wir haben da 160 Verträge (über Sachleistungen gegen Eintrittskarten, Anm.) abgeschlossen.“
Frage: Wird es auch noch eine vierte WM unter der Führung von Hubert Neuper geben?
Neuper: „Eigentlich sollte man frustriert sein. Aber man muss Dinge auch aushalten und darf nicht davonlaufen. Ich will weitermachen, mit vollem Einsatz und Begeisterung. Ob bis 2026, das kann man nicht sagen. Aber solange ich inspiriert in, bin ich dabei. Und ich bin sehr motiviert.“
(Das Gespräch führte Franz Egger/APA)
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