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,,Alles hat seine Zeit“: Emotionaler Abschied von Bischof Scheuer

Mit einem festlichen Dankgottesdienst und minutenlangem Applaus ist der scheidende Tiroler Bischof Manfred Scheuer am Sonntagabend in Innsbruck verabschiedet worden.
© Vanessa Weingartner / TT

Gepackt hat er noch nicht, aber gestern hat sich Manfred Scheuer in einem emotionalen Dankgottesdienst von Tirol verabschiedet, das jetzt auf einen neuen Bischof wartet.

Von Peter Nindler

Wer einen Platz im Dom wollte, musste früh kommen.
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Innsbruck – Es ist die Woche des Abschieds und sie endet für den Innsbrucker Diözesanbischof Manfred Scheuer am Sonntag mit einem Neubeginn in Linz; als Oberhirte in der zweitgrößten Diözese Österreichs. Mit einem Dankgottesdienst im Innsbrucker Dom zu St. Jakob verneigte sich Scheuer gestern vor Tirol, das ihm Heimat geworden ist. Deshalb fällt ihm der Weggang auch nicht leicht. Die Bevölkerung sowie die Spitzen des öffentlichen und kirchlichen Lebens verneigten sich ihrerseits vor einem Bischof, der sozial engagiert und weltoffen gewirkt hat. Zum Gottesdienst der Vielfalt waren u. a. vier Bischöfe – Ivo Muser

Südtirol, Nuntius Peter Stephan Zur- briggen, Benno Elbs/Feldkirch und Alterzbischof Alois Koth­gasser –, die Äbte Raimund Schreier (Stift Wilten) und German Erd (Stift Stams), der evangelische Superintendent Olivie­r Dantine, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde Esther Fritsch, die Leiterinnen der Frauenorden, die Landes- und Stadtpolitik, 70 Priester und Diakone sowie Hunderte Gläubige gekommen.

Gepackt hat Scheuer noch nicht, noch zu sehr hält ihn Innsbruck. In seiner Predigt blickte er zurück und nach vorne. „Der Abschied von der Diözese Innsbruck und der Neubeginn in Linz stehen für mich unter dem Vorzeichen von Hoffnung und Zuversicht.“ Einmal mehr sprach er das Unvollendete in Innsbruck an, „weil die zwölf Jahre für mich nicht einfach fertig und abgeschlossen sind. Vieles bleibt offen und ein Bruchstück.“

Scheuers Botschaft war am Sonntag auch eine Einordnung von Kirche. Weil es neben Aufbrüchen in der Kirche auch Erosionen des Glaubens gebe „und nicht wenige Verletzungen in der Kirche und durch die Kirche, nicht wenig Kirchenenttäuschung, Kirchendistanz, vielleicht sogar Kirchendepression. Das ist sehr schmerzhaft.“ Schlussendlich bat er alle um Entschuldigung, denen er Unrecht getan habe oder die sich von ihm zu wenig beachtet und gewürdigt sehen. Mit einem „Ich werde euch vermissen“ brachte er am Schluss seine Gemütslage offenherzig zum Ausdruck.

Diese Woche wird es mit dem Übersiedeln endgültig ernst und in Tirol beginnt das Warten auf einen Nachfolger. Deshalb war am Sonntag der päpstliche Botschafter in Österreich, Nuntius Peter Stephan Zurbriggen, naturgemäß ein gefragter Gesprächspartner. Schließlich beginnt ab 17. Jänner die Suche nach einem Nachfolger für Manfred Scheuer. Mit seiner Amtseinführung in Linz ist der Bischofsstuhl in Innsbruck verwaist. Zur­briggen wird umfangreiche Befragungen durchführen und in Frage kommende Kandidaten dann noch einmal auf ihre Mehrheitsfähigkeit abfragen. Mit einer Ernennung eines neuen Bischofs durch Papst Franziskus ist nicht vor Herbst zu rechnen.

Weil zuletzt vermehrt Ordensleute zu Bischöfen ernannt wurden, heizt dies natürlich die Nachfolgespekulationen an. Zwei Namen sollen hoch im Kurs stehen, beides hochrangige Jesuiten: Jesuitenprovinzial Bernhard Bürgler, er ist auch der Bruder von Generalvikar Jakob Bürgler, und der Direktor des Kardinal-König-Hauses in Wien, Christian Marte. Das Kardinal-König-Haus fungiert als Bildungszentrum der Jesuiten und der Caritas.

Bis die Diözese einen Bischof erhält, wird sie von einem Administrator geleitet, der vom Konsultorenkollegium gewählt wird. Die Wahl dürfte um den 20. Jänner erfolgen. Die Dekane Peter Scheiring (Telfs), Bernhard Kranebitter (Lienz), Stanislaus Majewski (Schwaz), Paul Grünerbl (Imst) sowie der Regens des Priesterseminars, Roland Buemberger, Generalvikar Jakob Bürgler und Offizial Norbert Zur gehören dem Kollegium an. Aussichtsreichster Kandidat ist Jakob Bürgler.

Wer einen Platz im Dom wollte, musste früh kommen.

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Scheuer bedankte sich in seiner Predigt noch einmal für die Unterstützung in den vergangenen Jahren und ließ Höhepunkte wie Herausforderungen seiner 12-jährigen Amtszeit Revue passieren.

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Erzbischof und Nuntius Peter Zurbriggen nahm ebenfalls an der Messe teil.

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Landeshauptmann Günther Platter dankte Scheuer in persönlichen Grußworten für die "umsichtige" Leitung der Diözese Innsbruck.

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Bischof Scheuer Seite an Seite mit Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer und Landeshauptmann Günther Platter.

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Bei dem Landesüblichen Empfang im Anschluss an die Messe feuerte die Schützenkompanie Amras anschließend eine Ehrensalve ab.

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Auch Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler dankte dem scheidenden Bischof.

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Auch Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer zählte zu den Gästen.

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Auch Altbischof Alois Kothgasser, Südtirols Bischof Ivo Muser und Landtagspräsident Herwig van Staa verabschiedeten sich.

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In Erinnerung an Tirol gab es ein "bergiges" Bildgeschenk für den Bischof. Links im Bild: Sybille Brunner.

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Bischof Scheuer beim Festakt im Kongress.

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