Bleiben wir in Verbindung

BMW macht Ernst mit der Ausweitung seines Plug-in-Hybrid-Angebots: Nach dem i8 zeigt der X5 xDrive40e seine Qualitäten bei der Kombination von Elektro- mit Benzinmotoren.

Der Lithium-Ionen-Speicher des X5 xDrive40e fasst neun Kilowattstunden, der Benzintank hilft mit 85 Litern konventionellem Kraftstoff aus.
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Von Markus Höscheler

Innsbruck –Mit dem Schlagwort „Connected Drive“ sind BMW-Kunden bestens vertraut. Hier geht es in erster Linie um die Vernetzung des Fahrzeugs mit dem Internet. Es könnte aber auch das Stromkabel einbeziehen, das sich im Kofferraum des neuen X5 xDrive40e befindet. Das große Sport Utility Vehicle braucht es zwar nicht unbedingt, um Mobilität zu gewährleisten, denn ein 245 PS starker Zweiliter-Vierzylinder-Benzinmotor garantiert gemeinsam mit einem 85-Liter-Kraftstofftank ein sorgenfreies Vorankommen.

Doch um Portemonnaie und Umwelt zu schonen, ist es ratsam, sich näher mit dem Stromkabel zu befassen. Es schafft die Verbindung zwischen einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose und einer Buchse an der Flanke des X5. Derart lässt sich der neun Kilowattstunden Kapazität fassende Lithium-Ionen-Speicher füllen, mit dem zeitweise elektrisches und damit emissionsfreies Fahren möglich ist. Der Hersteller gibt dabei 31 Kilometer an, realistisch erscheinen uns 20 bis 25 Kilometer im Test, je nach Steigungsverhältnissen und ausgewählter Geschwindigkeit. Rein elektrisches Fahren ist bis 120 km/h möglich, ab dann mischt sich der Vierzylinder ins Geschehen ein.

Die Technik

Motor: R4-Benziner, Elektromotor

Hubraum: 1997 ccm

Drehmoment: 350 Nm bei 1250 U/min

Systemleistung: 230 kW/313 PS

L/B/H: 4886/1938/1762 mm

Gewicht: 2305/2980 kg

Kofferraumvolumen: 500 – 1720 l

Tankinhalt: 85 l

Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h

0 – 100 km/h: 6,8 Sekunden

Verbrauch: 12,2 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: 97.476 Euro

CO2-Emission (Norm): 78 g/km

Der Übergang erfolgt dabei sehr harmonisch. Im Hybridmodus ist der Verbrenner gelegentlich zu vernehmen, insbesondere bei stärker durchgedrücktem Gaspedal. Ein solches Vorgehen, in wiederholter Ausführung, vereitelt es uns, auch nur ansatzweise in die Nähe des Normverbrauchs von 3,4 Litern je 100 Kilometer zu kommen. Da sich der Benziner – vorwiegend auf langen Strecken – bewähren muss, kommen im Test schnell 12,2 Liter zusammen. Wer den 2,3 Tonnen schweren X5 xDrive40e mehr für Kurzstrecken benötigt und ihn in den Pausen immer wieder aufladen kann, wird sich dem Prüfstandswert rasch annähern.

Gibt der X5-Kunde gegenüber Diesel- und reinen Benzinvarianten dem Plug-in-Hybriden den Vorzug, dann muss er sich der Tatsache gewahr werden, dass er sich mit weniger Kofferraum zu arrangieren hat. Dennoch reicht das Volumen des Ladeabteils von 500 bis 1720 Liter. Auch was das Höchsttempo anbelangt, ist mit einer geringfügigen Einschränkung zu rechnen: Mehr als 210 km/h sind mit dem X5 xDrive40e nicht drin. Immerhin beherrscht er den Sprint von null auf 100 km/h auf souveräne Art und Weise: Der Allradler kann bei Leistungsabnahme der beiden Motoren im Verbund mit der serienmäßig eingebauten Achtgang-Wandlerautomatik und dem vollvariablen xDrive-Allradantrieb in 6,8 Sekunden vom Stand weg auf Landstraßentempo stürmen.

Bei aller Athletik vergessen die Raumausstatter aber nicht auf das Interieur. Im Testwagen stoßen wir auf Extras wie das 2500-Euro-Österreichpaket mit Sportlederlenkrad, Park Distance Control vorne und hinten, adaptivem Kurvenlicht und Rückfahrkamera. Außerdem erleichtert das Innovationspaket mit Head-up-Display und dem erweiterten Abstandsregeltempomat Driving Assistant Plus ausgedehnte Geschäfts- und Privatreisen. Die ausgelobten 2600 Euro sind hier gut investiert. Ansehnlich und angenehm ist das Design­paket Pure Experience (5000 Euro) mit Nappa-Leder, Selbiges lässt sich von der Vierzonen-Klimaautomatik (415 Euro), dem Panorama-Glasdach (1460 Euro) und dem Bang & Olufsen Surround-Sound-System (2980) behaupten. Sogar den adaptiven LED-Scheinwerfern können wir einiges abgewinnen, auch wenn hier vom 1200-Euro-Aufpreis auch BMW etwas Gewinn einstreichen wird. Aber die Investition verbindet sicher.


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