Estlands Sozialminister: EU-Flüchtlingshilfe zielt auf falsche Länder
Tallinn (APA/dpa) - Für den estnischen Sozialminister Margus Tsahkna zielt die EU-Flüchtlingspolitik auf die falschen Länder ab. „Es sind ni...
Tallinn (APA/dpa) - Für den estnischen Sozialminister Margus Tsahkna zielt die EU-Flüchtlingspolitik auf die falschen Länder ab. „Es sind nicht Italien und Griechenland, denen geholfen werden sollte, sondern Deutschland, Österreich und andere Länder, in die die Flüchtlinge weiterziehen“, sagte er am Montag im Parlament in Tallinn.
Das Problem sei durch die Auswahl der falschen Länder als Ziele für die Hilfen entstanden. Bei Besuchen in Griechenland und Italien habe er sich selbst davon überzeugt, dass Flüchtlinge nicht länger als fünf bis sieben Tage in den beiden Ländern blieben und dann nordwärts ziehen, sagte Tsahkna nach Angaben der Agentur BNS.
Estland will binnen zwei Jahren 550 Flüchtlinge aufnehmen. Dagegen gibt es Vorbehalte. Der Vorstand der linksgerichteten Zentrumspartei, mit 27 Sitzen zweistärkste Kraft und größte Oppositionspartei im Parlament, sprach sich Ende letzter Woche für ein Referendum über die Aufnahme von Flüchtlingen aus.