RBI will in den nächsten Monaten wieder im Iran starten
Die Repräsentanz in Teheran soll wieder eröffnet werden. Weitere Filialschließungen in der Ukraine möglich.
Wien – Die Raiffeisenbank International (RBI) will in den nächsten Monaten im Iran aktiv werden und ihre derzeit noch ruhig gestellte Repräsentanz in Teheran wieder eröffnen. Die Bank habe dort vor den Sanktionen „ein sehr gutes Geschäft“ gemacht, sagte der für Firmenkunden zuständige RBI-Vorstand Peter Lennkh im Gespräch mit dem WirtschaftsBlatt (Montag-Ausgabe).
„Wir arbeiten bereits an den Vorbereitungen und wollen unseren Kunden alles, was sanktionsmäßig erlaubt ist, anbieten“, so Lennkh. Die iranischen Banken seien „sehr interessiert“ und man führe „bereits intensive Gespräche mit ihnen“. Allerdings müssen noch etliche technische und administrative Voraussetzungen umgesetzt werden. Das könne durchaus einige Monate in Anspruch nehmen.
Osteuropa-Geschäft nach wie vor durchwachsen
Der neue Anlauf für einen Verkauf der polnischen RBI-Tochter Polbank dürfte sich ebenfalls noch länger ziehen. „Er ist gestartet, die Situation ist aber schwierig und in einigen Bereichen unklar“, sagte Lennkh der Zeitung. Es werde „wahrscheinlich notwendig sein, das Schweizer-Franken-Portfolio mit einem Volumen von rund drei Milliarden Euro aus der Bank herauszulösen, weil sich das negativ auf die Bewertung auswirken könnte“. Es sei auch derzeit noch unklar, wie hoch die Wertberichtigungen sein könnten, wenn es zu einem politisch erzwungenen Umtausch des Frankenportfolios kommen sollte.
Der Ukraine-Konflikt hat die RBI als dort aktive Großbank stark getroffen. „Im ersten Quartal 2013 hatten wir in der Ukraine noch 13.787 Mitarbeiter und 822 Filialen, im dritten Quartal 2015 waren es 10.308 Mitarbeiter und 617 Filialen. Und dieser Trend wird sich weiter fortsetzen“, beschreibt Lennkh die Lage. Wie viele weitere Filialen in der Ukraine geschlossen werden könnten, wollte der RBI-Vorstand nicht kommentieren. „Das ist derzeit noch in Diskussion.“ Raiffeisen hat sich bis dato aus der Krim und der Donbass-Region zurückgezogen.
Für das Russland-Geschäft zeigte sich Lennkh „nach wie vor optimistisch“. Die RBI habe dort ein auf multinationale und ausgewählte russische Kunden fokussiertes Geschäftsmodell, aber auch das Geschäft mit Privatkunden aus dem Mittelstand sei „robust“. (APA)
Kommentare