Landeck

„Meine Ziele sind Studium, Job und eigene Wohnung“

© Lechleitner

Ali Chaki aus dem Irak und Omair Al Methyab aus Syrien warten in Landeck auf den Asylbescheid. Sie reden über ihre neuen Perspektiven.

Von Theo Lechleitner

Landeck –Abenteuerliches haben Ali Chaki aus dem Irak und Omair Al Methyab aus Syrien auf ihrem sechsmonatigen Weg nach Österreich erlebt. „Ich wurde zwei Wochen von Unbekannten gefangen gehalten und habe fast meinen Arm verloren“, schilderte Ali im Landecker Asylwerberheim Kaifenau.

Er wollte nicht aus seiner m Heimatland weggehen. „Aber mein Vater hat darauf bestanden“, erzählt Ali weiter. Omair verrät: „Wenn ich nicht gegangen wäre, hätte man mich gezwungen zu töten. Das wollte ich auf keinen Fall.“ Ob die beiden einen positiven Asylbescheid bekommen, steht derzeit in den Sternen. Omair hat nächste Woche eine Vorsprache beim Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl. Ali wird noch im Februar an der Reihe sein.

Die zwei jungen Männer haben sich während ihres einjährigen Landeck-Aufenthaltes ein neues Leben aufgebaut. Der 25-jährige Ali ist in Schönwies untergebracht. Er kommt jedoch mehrmals wöchentlich ins Heim Kaifen­au, um für seine Landsleute Übersetzungen zu machen. Auch begleitet er Kranke zu Arztbesuchen oder vermittelt zwischen den Flüchtlingen und Mitarbeitern des Wohnheims. „Es freut mich, dass ich etwas Positives mit meiner Zeit anfangen kann“, erklärt er. Der 26-jährige Omair ist ehrenamtlich am Sportplatz in Zams tätig: „Im Sommer kann ich fast jeden Tag arbeiten, im Winter leider nur ein- oder zweimal in der Woche.“ Wenn er nicht arbeitet, ist Omair mit Deutschlernen beschäftigt. Den Kurs für das Sprachniveau A1 hat er bereits mit Zertifikat abgeschlossen.

Für seine persönliche Zukunft wünscht er sich, sein Studium abzuschließen, einen Job und eine eigene Wohnung. Mit ihren Familien können die beiden dank Smartphones kommunizieren. „Ich schreibe ihnen jeden Tag, weil ich wissen muss, ob es ihnen gut geht“, so Omair.

„Das Handy dient nicht nur der Kommunikation“, erläutert die langjährige Heimleiterin Cilli Juen. „Die Asylwerber nutzen es auch für Übersetzungen. Mit dem GPS finden sie sich in ihrer neuen Umgebung zurecht.“

Der Bezirk Landeck bietet derzeit Quartier für 270 Flüchtlinge in 13 Häusern. Das Wohnheim in der Kaifenau ist mit 69 Plätzen das größte. Vier fixe Mitarbeiter und 50 Ehrenamtliche unterstützen die Asylwerber.

Für Sie im Bezirk Landeck unterwegs:

Matthias Reichle

Matthias Reichle

+4350403 2159