Pressestimmen zu den US-Präsidentenvorwahlen in Iowa
Washington/Des Moines (Iowa) (APA/dpa/AFP) - Internationale Tageszeitungen schrieben am Montag über die US-Präsidentenvorwahlen in Iowa:...
Washington/Des Moines (Iowa) (APA/dpa/AFP) - Internationale Tageszeitungen schrieben am Montag über die US-Präsidentenvorwahlen in Iowa:
„Guardian“ (London):
„(Der Präsidentschaftsbewerber) Donald Trump verstört das Establishment der Republikaner, weil er auf Populismus setzt statt auf konservative Werte. Die Konservativen der Partei empfinden Trumps Angriffe auf Migranten, Muslime und auf politische Korrektheit unerträglich, ebenso wie seine Konzentration auf die Unzufriedenheit weißer, männlicher Wähler der Arbeiterklasse oder des Mittelstandes. Deshalb könnte Senator Marco Rubio letztendlich noch als Kompromisskandidat eine Chance haben. Betrachtet man die Debatten der vergangenen Wochen vor der Vorwahl in Iowa, dann hat nur die Partei der Demokraten die Fähigkeit, die richtigen Fragen über die zukünftige Entwicklung des Landes zu stellen, die eine Mehrheit der Wähler ansprechen könnte.“
„Lidove noviny“ (Prag):
„Bisher sieht es so aus, dass die laufende Vorwahlkampagne kein Wettkampf zwischen den Programmen von Partei A und Partei B ist, sondern ein Kampf darüber, wer überhaupt gegen Donald Trump trumpfen kann. Statt eines Wettstreits der Programme ist es ein Wettstreit der Emotionen. Trump ist derjenige, der die Agenda und den Charakter der Wahlen bestimmt, wenn auch in einem unheilvollen Sinne. Er ist der Repräsentant eines starrsinnigen Amerikas vom Stil eines Stammtisch-Redners. Es ist eine Gegenreaktion auf die politische Korrektheit. Die Menschen wollen endlich eine klare Sprache und klare Antworten. In Iowa kommt auf den Prüfstand, wie Trumps Politikstil von den Wählern aufgenommen wird. Erstmals geht es nicht um Fernsehdebatten oder Umfragen, sondern um Abstimmungen. Deshalb ist Iowa so wichtig.“
„La Charente Libre“ (Angouleme):
„Die Belastungsproben der US-Vorwahlen, bei denen es eine Reihe wichtiger Etappen wie den Super Tuesday am 1. März geben wird, sind immer voller Überraschungen. Hillary Clinton könnte wieder die Zeche zahlen müssen, wie bei ihrer Niederlage 2008 gegen den Neuling Barack Obama, aber auch Donald Trump könnte entgegen aller Erwartungen untergehen. Natürlich verbietet sich ein Vergleich. Aber diese ersten Etappen der US-Präsidentschaftswahlen werden auch voller Lehren für die europäischen Demokratien sein, wo Wut und Groll immer mehr die Wahlen beeinflussen.“
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