Davutoglu kündigt neue Kurdeninitiative an

Ankara (APA/AFP) - Nach monatelangen schweren Gefechten zwischen türkischen Sicherheitskräften und der kurdischen Rebellengruppe PKK in Südo...

Ankara (APA/AFP) - Nach monatelangen schweren Gefechten zwischen türkischen Sicherheitskräften und der kurdischen Rebellengruppe PKK in Südostanatolien hat Ministerpräsident Ahmet Davutoglu eine neue Initiative im Kurdenkonflikt angekündigt. In den kommenden Tagen werde er mit Vertretern der kurdischen Zivilgesellschaft sprechen.

Das sagte Davutoglu laut Zeitungsberichten vom Montag während eines Besuches in Saudi-Arabien. Geplant sind unter anderem eine Reform der Sicherheitskräfte. Armee und Polizei liefern sich seit Monaten verlustreiche Gefechte mit Kämpfern der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in Wohngebieten kurdischer Städte.

Nach Angaben der legalen Kurdenpartei HDP wurden dabei bisher rund 200 Zivilisten getötet. Im In- und Ausland wird das Vorgehen der türkischen Regierung kritisiert. Davutoglus neue Initiative ist auch eine Reaktion auf diese Kritik.

Einzelheiten der Initiative will der Ministerpräsident am Freitag bekannt geben. Wie er am Montag ankündigte, will er ab sofort einmal pro Woche eine Provinz des Kurdengebietes besuchen. Zu Davutoglus Gesprächspartnern in den kommenden Tagen sollen nach seinen Worten auch Gesandte der Anwaltskammern aus dem Kurdengebiet gehören, die meist regierungskritisch eingestellt sind.

Das Kabinett in Ankara hat laut Davutoglu ein Paket aus 300 Einzelmaßnahmen für Südostanatolien besprochen. Mit einem Wiederaufbauprogramm sollen die bei den Kämpfen zerstörten Innenstädte wieder hergerichtet werden. Der Kampf gegen die PKK gehe aber weiter, betonte Davutoglu. Der Konflikt war im vergangenen Sommer eskaliert, nachdem der Friedensprozess mit der PKK zusammengebrochen war.